Folge 62 · 25. Oktober 2026 · 9 Min.
500 Webinar-Anmeldungen, aber kaum Verkäufe: War dein Launch jetzt erfolgreich oder nicht? Anmeldezahlen und Umsatz allein verraten dir wenig darüber, was in deinem Verkaufsprozess funktioniert. In dieser Folge zeige ich dir, welche Kennzahlen ich während eines Live Launches im Blick behalte und wie du daran erkennst, wo du optimieren solltest.
Viele Unternehmerinnen schauen sich während ihres Live Launches hauptsächlich zwei Zahlen an: Wie viele Menschen haben sich angemeldet, und wie viel Umsatz kommt am Ende dabei heraus? Mit diesen beiden Zahlen allein kannst du wenig anfangen, wenn du gerade mitten im Launch steckst.
Ich teile meine Kennzahlen deshalb nach Bereichen auf und betrachte sie immer im Zusammenhang mit der jeweiligen Launchphase. So weiß ich, welche Entscheidung ich anhand einer Zahl treffen kann.
Zuerst schaue ich mir an, wie viele Menschen sich für das Webinar angemeldet haben und wie sich diese Zahl im Verhältnis zu unserem Ziel entwickelt. Wenn ich 1.000 Anmeldungen erreichen möchte und nach der Hälfte der Anmeldephase erst 150 habe, muss ich handeln.
Mindestens genauso wichtig finde ich die Conversion-Rate deiner Anmeldeseite. Besuchen 1.000 Menschen deine Landingpage und 350 melden sich an, hast du eine Conversion-Rate von 35 Prozent. Bekommst du bei denselben 1.000 Besucherinnen nur 100 Anmeldungen, schau dir die Seite genauer an.
Diese Zahl prüfe ich schon während der Anmeldephase. Üblicherweise habe ich sieben bis zehn Tage Bewerbungszeit für das Launch-Event. Das ist genug Zeit für kleine Korrekturen, um die Kommunikation konkreter zu machen und verschiedene Varianten zu testen. Erfährst du erst nach Cart Close, dass deine Seite schlecht konvertiert hat, bringt dir das für den aktuellen Launch nichts mehr.
Dazu haben wir dir übrigens eine eigene Folge aufgenommen: Cart Close verlängern: Cleverer Umsatzhebel oder Vertrauenskiller?
Im Bereich Ads interessieren mich vor allem drei Kennzahlen. Der Cost per Lead sagt mir, wie viel ich durchschnittlich für eine Webinar-Anmeldung bezahle. Die Klickrate zeigt mir, wie häufig Menschen auf meine Anzeigen klicken, nachdem sie sie gesehen haben. Die Frequenz gibt mir einen Hinweis darauf, wie oft dieselben Menschen meine Anzeigen bereits ausgespielt bekommen haben.
Mehr dazu hörst du in dieser Folge: Ab wann lohnt es sich, deinen Live Launch mit Ads zu skalieren?
Wenn du nur auf den Cost per Lead schaust, erkennst du zwar das Ergebnis, aber noch lange nicht, woran es liegt. Vielleicht sind viele Menschen schon ziemlich häufig mit demselben Creative in Kontakt gekommen. Vielleicht ist deine Anzeige nicht überzeugend genug. Oder es klicken zwar mehr Menschen, aber die Landingpage konvertiert schlechter.
Deshalb betrachte ich diese Zahlen immer gemeinsam. Außerdem schaue ich mir an, wie viel Budget ausgegeben wurde und wie hoch der CPM ist.
Wenn du dein Webinar hältst, schaue ich mir als Erstes die Show-up-Rate an. Melden sich 500 Menschen an und 200 sind tatsächlich live dabei, hast du eine Show-up-Rate von 40 Prozent. Diese Zahl ist wichtig, weil du sonst vielleicht ein falsches Bauchgefühl von deinem Webinar bekommst: Vielleicht hast du sehr viele Anmeldungen generiert, aber ein Großteil der Menschen ist gar nicht erschienen.
Dann würde ich mich beim nächsten Live Launch darauf konzentrieren, wie du die Menschen zwischen Anmeldung und Webinar begleitest. Wie lang ist die Anmeldephase? Wie funktionieren deine Reminder-Mails, werden sie geöffnet und geklickt? Hast du ausreichend kommuniziert, warum es sich lohnt, dabei zu sein? Gab es vielleicht einen Bonus?
Nach dem Webinar interessieren mich die Öffnungs- und Klickrate deiner E-Mails und die Kaufconversion. Achte dabei darauf, immer dieselbe Berechnungsgrundlage zu verwenden. Du kannst die Anzahl deiner Käuferinnen durch alle Webinar-Anmeldungen teilen oder durch die tatsächlichen Live-Teilnehmerinnen. Beide Zahlen können interessant sein, aber sie erzählen unterschiedliche Geschichten. Rechnest du bei einem Launch mit allen Anmeldungen und beim nächsten nur mit den Live-Teilnehmerinnen, kannst du die beiden nicht vernünftig vergleichen. Du kannst auch beide Zahlen ausrechnen, nur entscheide dich.
In der Sales-Phase möchte ich wissen, wie viele Verkäufe wir erzielen, wie sich der Umsatz entwickelt und ob wir ungefähr dort stehen, wo wir zu diesem Zeitpunkt stehen möchten. Du musst aber nicht bei einem verkaufsarmen Tag direkt in Panik geraten. Es ist vollkommen normal, dass sich Verkäufe nicht gleichmäßig über die gesamte Verkaufsphase verteilen. Gerade in der Mitte kann es ruhiger werden, bevor am Ende wieder mehr Verkäufe entstehen.
Deshalb schaue ich mir neben dem Umsatz auch den Umsatz pro Lead an. Hast du 500 Anmeldungen und 10.000 Euro Umsatz, hast du 20 Euro pro angemeldetem Lead erzielt. Hast du beim nächsten Launch nur 400 Anmeldungen und machst 12.000 Euro Umsatz, liegt der Umsatz pro Lead bei 30 Euro. Du hast also mit weniger Anmeldungen mehr Umsatz generiert.
Diese Zahl zeigt, wie gut dein gesamter Verkaufsprozess deine Leads im Launch monetarisiert hat. Sie ist keine Gewinnberechnung und keine finale Zahl, hilft dir aber, die Performance deiner Launches miteinander zu vergleichen.
Ich würde dein Dashboard so aufbauen, dass du für jede Phase die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick siehst:
Du musst dafür keine 40 verschiedenen Zahlen erfassen. Wichtiger ist, dass du bei einer auffälligen Kennzahl weißt, worauf sie hindeutet und wo du ansetzen kannst. Konvertiert deine Landingpage schlecht, brauchst du eine andere Maßnahme, als wenn deine Live-Teilnehmerinnen begeistert sind, aber anschließend niemand kauft.
Konzentriere dich auf die Zahlen, aus denen du tatsächlich Maßnahmen ableiten kannst. Das sollten nicht mehr als zwei bis drei pro Phase sein.
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Folge 62Welche 7 Kennzahlen gehören in dein Live-Launch-Dashboard?