Folge 67 · 30. Oktober 2026 · 13 Min.

Ab wann lohnt es sich, deinen Live Launch mit Ads zu skalieren?

Dein letzter Live Launch lief ganz ordentlich und jetzt überlegst du, beim nächsten Mal mehr Geld in Ads zu investieren? In dieser Folge erkläre ich dir anhand von vier Situationen, woran du erkennst, ob dein Launch bereit für mehr Werbebudget ist. Und warum du dabei nicht nur auf den Cost per Lead schauen solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Konvertiert dein Launch schlecht, kümmer dich zuerst um die Conversion und erst danach um mehr Reichweite.
  • Stimmt deine Conversion und dir fehlen Leads, sind Ads ein sinnvoller nächster Schritt.
  • Kalte Leads aus Ads kaufen oft schlechter als deine bestehende Community.
  • Starte mit einem überschaubaren Budget und schau darauf, was aus deinen Leads wird.

1. Dein Launch konvertiert schlecht und du willst das mit Reichweite lösen

Das ist eine der häufigsten Ausgangssituationen, mit denen Unternehmerinnen zu uns kommen. Die Verkaufszahlen waren nicht so wie erhofft und die erste Überlegung ist, dass du einfach mehr Menschen erreichen musst. Bevor du dein Ad-Budget verdoppelst, würde ich mir aber anschauen, was mit den Menschen passiert, die du bereits erreichst.

Ein Beispiel: Von 300 Webinar-Anmeldungen schauen 100 dein Webinar live oder als Aufzeichnung und zwei kaufen. Dann liegt deine Conversion von Zuschauerin zu Käuferin bei zwei Prozent. Kaufst du jetzt dreimal so viele Leads ein und die Conversion bleibt gleich, hast du möglicherweise sechs statt zwei Verkäufe, aber auch deutlich höhere Kosten. Je nachdem, wie teuer dein Produkt ist und was du für deine Leads bezahlst, kann das wirtschaftlich sehr unattraktiv werden.

Deshalb würde ich hier zuerst über Conversion-Optimierung sprechen. Vielleicht ziehst du die falschen Menschen ins Webinar. Vielleicht passt das Thema des Webinars nicht gut genug zu deinem Angebot, dein Pitch überzeugt nicht oder deine Sales-Mails beantworten die entscheidenden Einwände nicht. Das solltest du herausfinden, bevor du zusätzlich Geld in die Hand nimmst.

Dazu haben wir dir übrigens eine eigene Folge aufgenommen: Warum dein Live Launch Webinar-Pitch nicht verkauft

2. Deine Conversion stimmt, aber du hast zu wenig Leads

Das ist die andere Seite. Wenn zum Beispiel 15 Prozent deiner Webinar-Zuschauerinnen kaufen und dein Angebot wirtschaftlich sinnvoll kalkuliert ist, kann das eine sehr gute Ausgangslage sein. Vielleicht hattest du insgesamt aber nur 150 oder 250 Anmeldungen, weil deine E-Mail-Liste noch klein ist und du über Instagram noch nicht so viele Menschen erreichst. Dann kann es sinnvoll sein, beim nächsten Live Launch gezielt Reichweite einzukaufen.

Auch hier würde ich das Budget nicht blind verdreifachen und hoffen, dass die Conversion so gut bleibt. Du musst unterscheiden zwischen Menschen, die dich bereits kennen, und Menschen, die über eine Anzeige zum ersten Mal mit dir in Kontakt kommen. Deine Community konsumiert vielleicht seit Monaten deinen Content, hört deinen Podcast und liest deine E-Mails. Ein neuer Lead aus einer Anzeige kennt dich vielleicht seit fünf oder zehn Minuten.

Ich würde deshalb nicht wieder mit den 15 Prozent rechnen, sondern eher mit der Hälfte oder einem Drittel davon, wenn viele kalte Leads dabei sind. Starte mit einem überschaubaren Budget, beobachte die Ergebnisse und entscheide dann, ob du weiter skalierst.

3. Deine E-Mail-Liste ist groß, aber du erreichst immer dieselben Menschen

Du hast vielleicht schon 5.000 oder 10.000 Menschen auf deiner Liste, launchst zweimal im Jahr und hast das Gefühl, dass immer wieder dieselben Menschen in dein Webinar kommen. Ein Teil davon hat bereits gekauft, ein Teil interessiert sich für dein Thema, aber dein konkretes Angebot passt gerade nicht. In so einer Situation können Ads sehr sinnvoll sein, um neue Interessentinnen in dein Business zu holen.

Nur weil sich jemand über eine Anzeige für dein Webinar anmeldet, ist diese Person noch nicht automatisch kaufbereit. Gerade bei einem höherpreisigen Angebot kann es sinnvoll sein, schon vor dem Webinar Vertrauen aufzubauen: über gute E-Mails zwischen Anmeldung und Webinar, über Content, eine passende Podcast-Folge oder ein kleines Einstiegsprodukt.

Das heißt nicht, dass du unbedingt noch einen Tripwire brauchst, bevor du deinen Live Launch mit Ads bewirbst. Schau einfach, was schon da ist und was dir helfen kann, bei kalten Leads Vertrauen aufzubauen. Hast du bereits ein passendes Miniprodukt, kannst du darüber auch einen Teil der Werbekosten wieder reinholen.

Mehr dazu hörst du in dieser Folge: Miniprodukte: Der unterschätzte Umsatz-Booster 2025

4. Du hast noch nie Ads geschaltet und willst mit großem Budget starten

Du hast bisher hauptsächlich organisch verkauft, dein letzter Launch lief gut und jetzt nimmst du dir vor, direkt 5.000 oder 10.000 Euro zu investieren, weil du gehört hast, dass sich kleine Budgets sowieso nicht lohnen. Da wäre ich vorsichtig. Mit solchen Budgets kannst du gute Ergebnisse erzielen, aber am Anfang weißt du noch gar nicht, wie sich deine Zielgruppe über bezahlte Werbung verhält. Du weißt nicht, wie teuer die Anmeldungen werden, wie viele Leads teilnehmen und wie viele anschließend kaufen.

Deshalb würde ich die ersten Ads-Leads im kleinen Rahmen testen, erste Daten sammeln und dann nachsteuern. Und schau bitte nicht nur auf den Cost per Lead. Ein Lead für drei Euro ist nicht automatisch besser als ein Lead für acht Euro. Wenn die günstigen Leads nie dein Webinar anschauen und später nicht kaufen, bringen sie dir wenig. Entscheidend ist, was aus deinen Leads wird: Wie viele kommen ins Webinar, wie viele kaufen und wie viel Umsatz machst du im Verhältnis zu deinen Werbekosten?

Dazu kommt: Nur weil ein Live Launch mit 2.000 Euro Ad-Budget profitabel war, bekommst du mit 20.000 Euro nicht denselben Return. Bei größeren Budgets wird die erreichte Zielgruppe weiter und die Leads passen irgendwann nicht mehr so gut zu deiner Wunschkundin. Skalierung verläuft nicht immer linear.

Wann ich einen Live Launch mit Ads skalieren würde

Für mich müssen vor allem drei Dinge zusammenkommen:

  1. Dein Angebot verkauft sich grundsätzlich und du hast Hinweise darauf, dass dein Verkaufsprozess funktioniert.
  2. Du kennst deine Zahlen und kannst einigermaßen realistisch einschätzen, wie viel du für eine Kundin ausgeben darfst.
  3. Du kannst das Budget finanziell investieren, ohne dass dein gesamtes Business davon abhängt, dass dieser eine Launch erfolgreich wird.

Ads sind ein Werkzeug, mit dem du mehr passende Menschen erreichen kannst. Ob diese Menschen anschließend kaufen, hängt von deiner gesamten Verkaufsstrategie und der Umsetzung ab. Wenn deine Conversion schlecht ist, finde zuerst heraus, warum. Wenn sie gut ist und dir vor allem passende Leads fehlen, sind Ads ein sinnvoller nächster Schritt.

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In „Strategisch skalieren“ teilen Johanna Hahn und Caro Möller aka. Die FunnelArchitektinnen praktische Live-Launch- und Evergreen-Strategien und bewährte Verkaufssysteme für Unternehmerinnen wie dich, die ihr Onlinekurs-Business profitabel und skalierbar aufstellen wollen.

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