Folge 57 · 20. Oktober 2026 · 11 Min.
100.000 € Umsatz mit dem ersten Verkaufswebinar und weitere 50.000 € mit einem zweiten Live-Termin am Cart-Close-Tag: Diesen Case hat ein Unternehmer auf einer Mastermind auf Ibiza geteilt. In dieser Folge zeige ich dir, wie die Strategie funktioniert, wen du zum zweiten Termin einlädst und wann sich ein zusätzlicher Live-Termin als Alternative zur Webinar-Aufzeichnung lohnen kann.
Diese Strategie habe ich auf der Mastermind von Patrick Wind auf Ibiza kennengelernt. Es geht darum, dein Verkaufswebinar zweimal in derselben Cart-Open-Phase zu halten. Ein Unternehmer hat dort erzählt, dass er beim zweiten Live-Webinar noch einmal rund die Hälfte des Umsatzes aus dem ersten gemacht hat.
Nehmen wir an, du hältst dein Verkaufswebinar an einem Dienstag, danach öffnest du die Türen und dein Cart Open läuft bis Sonntagabend. Viele würden jetzt eine Aufzeichnung verschicken und mit der Sales-Sequenz starten. Bei dieser Strategie findet am letzten oder vorletzten Verkaufstag noch einmal dasselbe Webinar live statt.
Damit meine ich wirklich dasselbe: Präsentation, Pitch und Inhalte bleiben gleich. Gab es beim ersten Termin einen zeitlich begrenzten Live-Bonus oder Fast Action Bonus, ist der am letzten Tag natürlich nicht mehr verfügbar, und die Kommunikation muss das berücksichtigen.
Mehr dazu hörst du in dieser Folge: Fast Action Bonus im Live Launch: Kaufanreiz oder künstlicher Druck?
Du schickst nicht einfach an die gesamte Liste eine E-Mail, dass du das Webinar heute noch einmal hältst. Du segmentierst gezielt. Ausgeschlossen werden Menschen, die bereits gekauft haben, Menschen, die gerade in einer anderen aktiven Automation stecken, und Menschen, die beim ersten Webinar live dabei waren und anschließend die Verkaufsstrecke bekommen haben.
Der zweite Termin richtet sich an Menschen, die beim ersten Webinar nicht live dabei waren, und an weitere passende Kontakte in deiner Liste, die noch nicht durch die erste Verkaufssequenz gelaufen sind. Das ist entscheidend, denn sonst bekommen dieselben Menschen unterschiedliche Sequenzen, und deine Conversion Rate kann sich deutlich verschlechtern.
Das funktioniert nur, wenn deine Sales-Sequenz nicht automatisch an alle Webinar-Anmeldungen geht. Du musst zwischen No-Shows und Menschen unterscheiden können, die tatsächlich live dabei waren. Es hat keinen Sinn, dass jemand am ersten und am zweiten Termin im Webinar sitzt.
Mir gefällt an dieser Idee die Kombination aus einem echten Live-Erlebnis und einer klaren Verkaufsfrist. Wer beim ersten Termin nicht dabei sein konnte, muss nicht irgendwann zwischen Arbeit und Alltag noch eine lange Aufzeichnung schauen. Das machen ohnehin nur wenige Menschen, und die Live-Energie der Gruppe fehlt dabei.
Stattdessen gibt es einen konkreten Termin, und Fragen zu deinem Angebot lassen sich direkt stellen. Das ist ein anderer Kontaktpunkt als eine E-Mail mit einem Replay-Link. Gleichzeitig endet die Anmeldung kurz nach dem Webinar, die Person muss sich also in einem kurzen Zeitraum entscheiden, wenn sie in dieser Runde noch dabei sein möchte.
Das vertiefen wir in dieser Folge: Webinar-Replay im Live Launch: Musst du überhaupt eins anbieten?
Wichtig ist, dass du die Frist von Anfang an kommunizierst. Wenn dein Cart am Sonntag schließt, dann schließt er auch am Sonntag. Das zweite Webinar ist kein Vorwand für eine künstliche neue Deadline. Ist dein Programm danach ohnehin ständig offen, passt diese Strategie nicht gut.
Halb so viel Umsatz beim zweiten Termin ist ein spannender Case. Daraus solltest du aber nicht ableiten, dass ein zweites Webinar deinen Launch-Umsatz immer um 50 Prozent steigert. Wir wissen auch nicht, wie viele dieser Menschen mit einer klassischen Replay-Strategie oder einer anderen Nachkommunikation ebenfalls gekauft hätten.
Die Zahl zeigt, dass der zweite Termin im Launch dieses Unternehmers ein relevanter Verkaufskontaktpunkt war. Deshalb finde ich die Idee testenswert.
Wenn du sie ausprobierst, schau nicht nur auf den Zusatzumsatz. Erfasse auch, wie viele Menschen du eingeladen hast, wie viele sich angemeldet haben, wie viele erschienen sind und wie viele anschließend gekauft haben. Danach kannst du entscheiden, ob sich der Aufwand für ein zweites Live-Webinar wirtschaftlich gelohnt hat.
Interessant finde ich sie vor allem für Unternehmerinnen, die ohnehin mit einem klassischen Verkaufswebinar arbeiten und einen klar begrenzten Cart-Open-Zeitraum haben, also in Runden starten. Du solltest mit einem Webinar-Tool arbeiten, die Kapazität haben, das Webinar zweimal live zu halten, und genügend passende Kontakte für den zweiten Termin haben.
Veranstaltest du gerade ein aufwendiges, mehrtägiges Launch-Event, würde ich es nicht am letzten Verkaufstag zusammengequetscht wiederholen. Und siehst du mit deiner bestehenden Replay-Strategie bereits sehr gute Ergebnisse, würde ich sie nicht ohne weiteres über Bord werfen.
Für mich ist das eine zusätzliche Möglichkeit, die du testen kannst, und kein Gesetz für erfolgreiche Live Launches.
Wenn du die Strategie ausprobieren möchtest, berücksichtige sie direkt bei der Launchplanung:
Der zusätzliche Hebel ist die Kombination aus einem zweiten Live-Termin am Cart Close oder am vorletzten Tag und einer E-Mail-Strategie, die genau die richtigen Menschen einlädt.
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Folge 57Warum du dein Verkaufswebinar zweimal live halten solltest