Folge 54 · 17. Oktober 2026 · 15 Min.
Ein zusätzlicher Workshop, eine exklusive 1:1-Session oder noch ein paar Bonusmodule: Brauchst du wirklich einen Fast Action Bonus, damit deine Kundinnen direkt nach dem Verkaufswebinar buchen? In dieser Folge geht es darum, wann zeitlich begrenzte Boni im Live Launch sinnvoll sind, was einen attraktiven Bonus ausmacht und warum ich heute trotzdem kaum noch Fast Action Boni einsetze.
Das Thema haben sich viele bei uns auf Instagram gewünscht. Ein Fast Action Bonus ist ein zusätzlicher Bonus für alle, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach deinem Launch-Event buchen, zum Beispiel bis 24 Uhr am Webinarabend, in den ersten 24 Stunden oder bis zum Ende des nächsten Tages.
Vielleicht kennst du das: Dein Launch steht vor der Tür, das Angebot und das Webinar sind vorbereitet, und plötzlich überlegst du, ob du nicht doch noch einen Bonus brauchst, damit möglichst viele Menschen direkt kaufen. Also entwickelst du noch einen Workshop, ein Workbook, eine zusätzliche Masterclass und hast am Ende fünf Dinge mehr auf der To-do-Liste.
Ich finde diesen Verkaufshebel grundsätzlich gut, setze ihn in eigenen Launches aber kaum noch ein. Wir machen uns das Leben damit manchmal unnötig schwer.
Normalerweise kaufen am ersten Tag nach dem Webinar relativ viele Menschen. Danach wird es deutlich ruhiger, bevor am letzten Verkaufstag noch einmal ein größerer Teil der Buchungen reinkommt. Bei vielen hat sich dieser letzte Tag inzwischen zum stärksten Tag im Live Launch entwickelt. Es gibt mehr Anbieterinnen, mehr Kundinnen, die schon einmal enttäuscht wurden, und höhere Markttransparenz. Deshalb braucht es mehr Vertrauen in deine Expertise.
Ein Teil deiner Interessentinnen weiß schon vor dem Webinar ziemlich genau, dass sie dein Angebot kaufen möchte. Andere brauchen mehr Zeit, lesen deine Sales-Mails und entscheiden sich erst vor dem Cart Close. Genau dort setzt ein Fast Action Bonus an: Er gibt einen zusätzlichen Grund, die Kaufentscheidung nicht bis zum letzten Tag aufzuschieben.
Mehr dazu hörst du in dieser Folge: Cart Close verlängern: Cleverer Umsatzhebel oder Vertrauenskiller?
Ein guter Bonus kann eine bestehende Kaufabsicht verstärken. Er wird aber normalerweise nicht dafür sorgen, dass jemand plötzlich mehrere tausend Euro für ein Programm ausgibt, das sie eigentlich gar nicht haben möchte.
In der allerersten Version von Launch it! haben wir selbst mit einem Fast Action Bonus gearbeitet. Alle, die innerhalb des festgelegten Zeitraums nach unserem Verkaufswebinar gebucht haben, bekamen einen 1:1-Strategie-Workshop mit Caro und mir. Diese Form der persönlichen Strategiearbeit bieten wir normalerweise nur im FunnelMentoring an, unserem größten Programm.
Dieser Bonus hat ziemlich gut funktioniert. Die Kundinnen konnten direkt mit uns auf ihren eigenen Launch schauen und hatten danach einen gemeinsam gebauten Fahrplan für die nächsten sechs Monate. Wie viele von ihnen auch ohne diesen Bonus gekauft hätten, am ersten Tag, später oder gar nicht, weiß ich natürlich nicht. Wir haben aber gesehen, dass der Workshop für unsere Zielgruppe interessant war.
Trotzdem machen wir inzwischen eigentlich keinen Fast Action Bonus mehr. Ich habe irgendwann festgestellt, wie viele verschiedene Boni über die Jahre entstehen: noch ein Workshop, eine Vorlage, ein Video, ein Training. Das schafft zusätzliche Fehlerquellen, zum Beispiel wenn ein Bonus bis Dienstag gilt und der andere bis Donnerstag. Unser eigentliches Angebot ist ohnehin schon sehr umfangreich, deshalb halten wir unsere Launches bewusst einfacher. Das heißt nicht, dass ich Fast Action Boni schlecht finde. Ich entscheide pro Launch, ob ich einen sinnvoll finde und die Kapazität dafür habe.
Überlege dir zuerst, was deine Zielgruppe wirklich zusätzlich haben möchte. 1:1 ist dabei nicht immer das Beste, denn es ist sehr erklärungsbedürftig. Wenn Menschen schon lange bei dir sind und den Wert verstehen, kann es funktionieren. Sonst ist es nur ein weiterer Call, und den möchte niemand zusätzlich haben.
Wir als Anbieterinnen glauben oft, dass unser Angebot attraktiver wird, wenn wir mehr dazupacken. Stell dir aber ein sechsmonatiges Programm vor, in dem du ohnehin Kursinhalte anschauen, zu den Calls gehen und einiges umsetzen möchtest. Bist du dann wirklich begeistert von zwölf zusätzlichen Videos? Vielleicht denkst du auch nur: Wann soll ich das alles noch anschauen?
Überlege lieber, welcher Bonus deiner Kundin möglichst zeitnah nach dem Kauf einen konkreten Vorteil verschafft. Das kann eine Vorlage sein, die ihr mehrere Stunden Arbeit erspart. Frag einfach deine bestehenden Kundinnen, was ihnen beim Einstieg in dein Programm besonders geholfen hat. Und mach deinen Bonus nicht erklärungsbedürftiger als dein Hauptprodukt. Der Bonus soll die Entscheidung erleichtern, statt dass deine Interessentinnen noch drei weitere Dinge verstehen müssen.
Ein Fast Action Bonus braucht eine echte Frist. Du kannst zum Beispiel sagen, dass alle, die innerhalb der ersten 24 Stunden buchen, einen zusätzlichen Workshop bekommen. Wichtig ist, dass du diese Frist auch einhältst. Bietest du den Bonus offiziell nur bis Dienstagmittag an und am Freitag ist er doch wieder dabei, wird das irgendwann unglaubwürdig.
Achte auch darauf, dass deine Interessentinnen genug Zeit für eine vernünftige Entscheidung haben. Eine Kaufentscheidung kann für oder gegen dein Produkt ausfallen, und beides ist okay. Gerade bei einem höherpreisigen Programm finde ich es schwierig, wenn jemand innerhalb weniger Minuten entscheiden soll, weil sie sonst eine einmalige Chance verpasst.
Der Bonus ist ein zusätzlicher Kaufanreiz. Er sollte niemanden zu einer Entscheidung drängen, die sie gerade noch nicht treffen möchte. Manche möchten eine Nacht darüber schlafen oder mit dem Partner sprechen. Lass ihnen die Zeit.
Jeder Bonus muss am Ende auch geliefert werden. Versprichst du 20 Käuferinnen einen zusätzlichen 1:1-Termin, buchen vielleicht nicht alle, aber 18 Termine werden es vermutlich trotzdem, und die müssen in deinen Kalender passen. Macht dein Launch mehr Umsatz, du bist danach aber wochenlang mit der Erfüllung deiner Boni beschäftigt, würde ich mir die Wirtschaftlichkeit noch einmal anschauen.
Frag dich auch, welches Ziel du damit hast. In einer ersten Runde lernst du durch solche Termine deine Zielgruppe besser kennen und kannst deine Texte anpassen. Das kann die Zeit sein, die du sonst für Kundeninterviews verwenden würdest. Dann ist das für mich völlig legitim.
Wenn du überlegst, einen Fast Action Bonus zu machen, stell dir diese drei Fragen:
Kannst du alle drei mit Ja beantworten, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, einen Fast Action Bonus zu testen. Wenn nicht, lass ihn weg. Du kannst auch ohne Fast Action Bonus einen erfolgreichen Live Launch haben.
Launch it!
Dann brauchst du nicht automatisch mehr Webinar-Anmeldungen.
In Launch it! finden wir heraus, wo du gerade Käuferinnen verlierst, und entwickeln mit unserem Live-Launch-System einen Verkaufsprozess, der mehr deiner Leads in zahlende Kundinnen verwandeln soll.
Mit sechs Monaten Begleitung, konkreten Vorlagen und regelmäßigem Feedback von Caro und Johanna auf deinen eigenen Launch.
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Folge 54Fast Action Bonus im Live Launch: Kaufanreiz oder …