Folge 45 · 8. Oktober 2026 · 8 Min.
100.000 Euro Launch-Umsatz sehen erst einmal nach einem sehr erfolgreichen Launch aus. Wie gut dein Launch funktioniert hat, verrät der Umsatz allein aber nicht. In dieser Folge schauen wir uns an, welche Rolle Ads-Kosten, externe Kosten und dein Umsatz pro Lead spielen und warum ein kleinerer Launch wirtschaftlich stärker sein kann als ein größerer.
Launch-Umsatz posten wir im Online-Business wirklich gerne, und ich freue mich auch über 100.000 Euro Launch-Umsatz. Wenn ich einen Launch analysiere, interessiert mich aber auch, was eingesetzt werden musste, um diese 100.000 Euro zu machen.
Nehmen wir zwei Unternehmerinnen, die beide 100.000 Euro Launch-Umsatz gemacht haben. Die eine hat 15.000 Euro in Ads ausgegeben und mit einem kleinen Team gearbeitet, vielleicht nur mit einer VA und einer Ads-Managerin. Die andere hat 40.000 Euro für Ads ausgegeben, Affiliate-Provisionen gezahlt, mehrere Freelancer für den Launch beschäftigt und zusätzlich vielleicht noch Setter und Closer bezahlt.
Das vertiefen wir in dieser Folge: Ab wann lohnt es sich, deinen Live Launch mit Ads zu skalieren?
Auf Instagram siehst du bei beiden denselben Post über den sechsstelligen Launch. Wirtschaftlich sind das aber zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Das ist ein vereinfachtes Beispiel und ich sage damit nicht, dass die erste Unternehmerin automatisch das bessere Business hat. Wir wissen zum Beispiel nicht, welchen Customer Lifetime Value die gewonnenen Kundinnen später haben. Es zeigt aber, dass die Umsatzzahl allein nicht reicht, um zu beurteilen, ob das ein guter oder ein schlechter Launch war.
Dazu haben wir dir übrigens eine eigene Folge aufgenommen: Customer Lifetime Value: Warum der erste Kauf nicht über den Wert deiner Kundin entscheidet
Ich würde mir nach dem Launch immer anschauen, welche Kosten direkt mit dem Launch verbunden sind:
Damit kannst du deinen Launch auch mit deinen anderen Launches vergleichen, die vielleicht weniger Umsatz gemacht, aber wirtschaftlich besser funktioniert haben. Denn wenn etwas nach außen größer wird, bleibt am Ende nicht immer mehr übrig. Beim Hochskalieren kann viel Gewinn auf der Strecke bleiben, weil du auf einmal mehr Unterstützung und andere Technik brauchst.
Gleichzeitig würde ich nicht jede einzelne Personalkostenstunde in den Launch hineinrechnen. Wenn deine VA eine halbe Stunde Grafiken gemacht hat, die zum Teil auch für den Launch waren, musst du keine Profitabilität auf die zweite Nachkommastelle berechnen. Es geht darum, dass du überhaupt über den Umsatz hinausschaust.
Gerade beim Ads-Spend ist dieser Blick wichtig. Wenn du 50.000 Euro Umsatz mit 5.000 Euro Ads-Spend machst, ist das eine ganz andere Geschichte, als wenn du für dieselben 50.000 Euro 30.000 Euro in Ads investieren musst.
Spannend finde ich außerdem, was nach dem Launch mit diesen Kundinnen passiert. Vielleicht ist dein erster Verkauf gar nicht besonders profitabel, aber du weißt aus deinen Daten, dass ein relevanter Teil dieser Kundinnen später ein weiteres Angebot kauft. Dann kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, beim ersten Produkt wenig Marge zu haben.
Wenn das allerdings nur eine Hoffnung ist und du überhaupt nicht weißt, ob diese Menschen jemals wieder kaufen, würde ich mir das nicht schönrechnen. Du solltest wissen, mit welcher Conversion Rate Menschen aus diesem Produkt üblicherweise dein Folgeprodukt kaufen.
Deshalb mag ich Kennzahlen wie den Umsatz pro Lead so gerne. Wenn ich zwei Launches miteinander vergleiche und beim zweiten doppelt so viele Leads hatte, reicht es mir nicht zu wissen, dass der Umsatz gestiegen ist. Ich möchte wissen, ob ich aus jedem Lead mehr oder weniger Umsatz mache und wie viel es mich kostet, diesen Lead zu gewinnen.
Dann schauen wir nicht mehr nur von außen darauf, wie viel verkauft wurde, sondern können beurteilen, wie effizient das System dahinter verkauft. Genau das müssen wir optimieren, wenn wir irgendwann strategisch skalieren oder automatisieren wollen.
Vielleicht beschäftigt es dich gerade, dass andere Menschen in deiner Branche größere Launches machen als du. Ein kleiner Launch kann ein richtig guter Launch sein, wenn du deine Kosten im Griff hast, eine starke Conversion hast und mit überschaubarem Aufwand sehr profitabel verkaufst.
Dann würde ich nicht traurig oder neidisch auf den Screenshot von jemand anderem mit 500.000 Euro schauen. Die Rechnung dahinter kennst du nämlich überhaupt nicht.
Was du investieren musstest, um den Umsatz zu erzielen, bedeutet auch, was du persönlich investieren musstest. Das fällt gerne hinten runter. Wenn du gemerkt hast, dass du das Live Q&A eigentlich nicht mehr schaffst, wenn der Launch schlecht lief, du total gestresst warst, noch drei Boni gemacht und Dinge angeboten hast, die du gar nicht mehr machen wolltest, dann ist auch das ein relevanter Faktor. Wie es dir im Launch ging, ist eine weiche Kennzahl und sie gehört in die Bewertung.
Bewerte deine Launches bitte nicht nur nach dem Umsatz, der am Ende herauskommt. Geh stattdessen so vor:
Wenn du siehst, was du investieren musstest und wie effizient dein Launch aus deinen Leads Käuferinnen gemacht hat, kannst du ihn auch optimieren.
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Folge 45Launch-Umsatz richtig bewerten: Was nach 100.000 € …