Folge 36 · 29. September 2026 · 11 Min.

Wie oft solltest du deinen Onlinekurs pro Jahr live launchen?

Zweimal im Jahr, viermal oder alle acht Wochen? Wie oft du deinen Onlinekurs live launchen solltest, hängt vor allem davon ab, wie schnell in deinem Business neue Nachfrage entsteht. In dieser Folge schauen wir uns an, woran du die passende Frequenz festmachst, warum häufiger nicht automatisch mehr Umsatz bedeutet und wann du deinem nächsten Launch lieber mehr Zeit geben solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die wichtigste Frage lautet: Wie schnell entsteht genug neue Nachfrage für deinen nächsten Launch?
  • Launchfrequenz ist auch eine Frage deines Businessmodells: Delivery, Preis und Größe der Kaufentscheidung spielen mit hinein.
  • Rechne ehrlich durch, was dich ein Live Launch operativ und energetisch kostet.
  • Deine ideale Frequenz darf sich mit der Zeit verändern.

Wie schnell neue Nachfrage entsteht

Wir lieben im Online-Business Antworten wie: Zweimal im Jahr ist super. Dann schreiben wir die Termine in den Kalender, und das Thema ist erledigt. So funktioniert es leider meistens nicht. Die sinnvolle Frage lautet: Wie schnell entsteht bei mir genug neue Nachfrage für meinen nächsten Launch?

Nehmen wir zwei unterschiedliche Businesses. Business Nummer eins sammelt jeden Monat 2.000 neue relevante Leads. Es launcht im Januar vor 10.000 Kontakten, und im April sind wahrscheinlich schon mehrere tausend Menschen da, die im Januar noch gar nicht auf der Liste waren. Business Nummer zwei hat im Januar 3.000 Kontakte auf der Liste und im April 3.150. Das ist eine komplett andere Ausgangslage.

Das heißt nicht, dass die 3.000 Menschen auf der Liste nie wieder kaufen werden. Wir sehen ständig Menschen, die zwei, drei oder noch mehr Launches brauchen, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. Vielleicht war das Problem am Anfang nicht dringend genug, vielleicht hatten sie keine Kapazität oder es fehlte noch Vertrauen. Trotzdem würde ich mir bei der Launchplanung anschauen, wie viel neue Nachfrage realistisch zwischen meinen Launches entsteht. Wenn du alle acht Wochen dieselben Menschen mit demselben Angebot beschallst, kann die Lösung irgendwann nicht mehr sein, noch häufiger zu launchen.

Was dein Angebot und die Delivery zulassen

Der zweite Punkt ist dein Angebot selbst. Angenommen, du verkaufst ein mehrmonatiges Gruppenprogramm und launchst alle acht Wochen. Dann hast du irgendwann Runde eins, zwei und drei gleichzeitig in der Betreuung. Vielleicht ist dein Delivery-Modell genau darauf ausgelegt, dann ist das super. Es kann aber auch bedeuten, dass du mehrere Onboardings, unterschiedliche Gruppen, unterschiedliche Stände und mehr Support hast.

Launchfrequenz ist also nicht nur eine Marketingfrage, sondern vor allem auch eine Frage deines Businessmodells: Wie häufig kannst du das Produkt sinnvoll verkaufen und ausliefern? Bei einem kleinen Selbstlernkurs sieht das komplett anders aus als bei einem Programm für mehrere tausend Euro. Wenn Menschen sofort Zugriff bekommen und die Betreuung überschaubar ist, kannst du wesentlich flexibler launchen. Das gilt auch, wenn dein Produkt schon lange am Markt ist und du genau weißt, was auf dich zukommt. In der Beta-Runde oder bei den ersten Runden sieht das anders aus.

Das vertiefen wir in dieser Folge: Erst verkaufen, dann erstellen? So würde ich einen Onlinekurs als Beta launchen

Warum Ads die Frage nicht automatisch lösen

Natürlich kannst du vor deinem Launch-Event über Ads neue Leads einkaufen und damit an neue Menschen launchen. Wenn du nicht gerade über ein sehr hohes Ad-Budget verfügst, ist es aber eine signifikante Investition, alle acht Wochen einen kompletten Live Launch mit kalten Kontakten zu füllen.

Dazu haben wir dir übrigens eine eigene Folge aufgenommen: Ab wann lohnt es sich, deinen Live Launch mit Ads zu skalieren?

Dazu kommt: Je nach Preis, Preissensibilität deiner Zielgruppe und dem, was du dir vorab aufgebaut hast, kaufen ganz kalte Leads, die gerade erst von der Ad kommen, deutlich schlechter als Menschen, die dir schon eine Weile auf Instagram folgen oder schon länger in deinem Newsletter sind. Die Ergebnisse sind also nicht besonders vielversprechend, wenn du immer nur auf Leads setzt, die gerade neu in dein Webinar oder deine Challenge kommen.

Größere Kaufentscheidungen brauchen oft länger

Je größer die Investition, desto länger brauchen Menschen häufig. Damit meine ich nicht die alte Marketing-Weisheit, dass Menschen exakt sieben Touchpoints brauchen. Eine solche feste Zahl gibt es nicht. Wenn jemand aber 5.000 Euro investieren soll, spielen Vertrauen und Timing eine andere Rolle als bei einem kleinen Produkt.

Vielleicht kommt die Person in deinen Januar-Launch, findet das Angebot gut und kauft nicht. Dann sieht sie drei Monate lang Kundenergebnisse, hört deinen Podcast, liest deine E-Mails, ist beim nächsten Webinar dabei und kauft irgendwann im Juni. Der Januar-Launch war damit nicht verschwendet. Er war ein wichtiger Touchpoint auf dem Weg zu dieser Kaufentscheidung, nur eben nicht der Launch, in dem sie gekauft hat.

Was dich ein Live Launch kostet

Ein Punkt fließt viel zu selten in die Entscheidung ein: Wie viel kostet dich ein Live Launch eigentlich, energetisch und operativ? Wenn deine Vorbereitung sechs Wochen dauert, du danach eine Woche Cart Open hast und anschließend zwei Wochen völlig durch bist, klingen vier Launches pro Jahr umsatzstrategisch vielleicht toll. Rechne dir aber vor, dass du dann praktisch das gesamte Jahr im Live Launch bist: Warm-up, Lead-Generierung, Webinar, Sales-Phase, Onboarding, kurz Luft holen und wieder Warm-up.

Wenn du das liebst, mach das. Ich möchte nur nicht, dass dein Business nur auf dem Papier skaliert, während du persönlich nach Launch Nummer drei nicht mehr kannst.

Was dir deine bisherigen Zahlen sagen

Wenn du deine nächste Launchplanung machst, schau dir an, was bei deinen vergangenen Live Launches passiert ist. Nicht nur, wie viel Umsatz du gemacht hast, sondern auch: Wie viele Leads hast du gewonnen? Wie viele davon waren tatsächlich neu? Wie hat sich deine Conversion Rate entwickelt? Wie viele Menschen kaufen beim ersten Kontakt, und wie viele waren schon viel länger in deinem Kosmos?

Wenn deine Conversion stabil bleibt, deine Liste zwischen den Launches gut wächst, weil du zum Beispiel dauerhaft ein Freebie bewirbst, und du genug Kapazität hast, kann eine höhere Frequenz sinnvoll sein. Wenn du dagegen immer wieder an nahezu dieselbe Liste verkaufst, die Registrierungen zurückgehen und die Launches schwächer werden, würde ich nicht automatisch den nächsten Launch hinterherschieben. Dann würde ich erst einmal Nachfrage aufbauen und mich vielleicht auch damit beschäftigen, welche anderen Angebote ich noch pitchen kann, damit ich später mehr aufgewärmte Leads im Launch habe.

Deine Frequenz darf sich verändern

Viele sagen: Ich mache das zweimal im Jahr, und dann mache ich das immer so. Deine ideale Launchfrequenz muss aber nicht immer gleich bleiben. Wenn du ein neues Angebot entwickelst, launchst du vielleicht viel schneller, weil du Daten brauchst: Launch eins, das haben wir gelernt, anpassen, Launch zwei, wieder anpassen. Und wenn das Angebot etabliert ist und der Launchprozess gut funktioniert, entscheidest du vielleicht, nur noch zweimal im Jahr richtig groß live zu launchen und dazwischen über Evergreen zu verkaufen.

Diese Fragen helfen dir bei jeder Launchplanung:

  • Wie schnell wächst meine relevante Zielgruppe?
  • Wie lange und wie aufwendig ist die Delivery meines Programms?
  • Wie groß ist die Kaufentscheidung für meine Zielgruppe?
  • Wie viel Kraft und Zeit braucht mein Launch von mir?
  • Was sagen meine bisherigen Zahlen?

Daraus kannst du ziemlich gut eine sinnvolle Frequenz für deine Live Launches ableiten.

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