Folge 42 · 5. Oktober 2026 · 10 Min.
Dein Onlinekurs muss nicht komplett fertig produziert sein, bevor du ihn zum ersten Mal verkaufst. In dieser Folge zeige ich dir, wie ich einen neuen Onlinekurs als Beta launchen würde, was vor dem Verkauf feststehen muss und wie wir das bei unserem Automated Sales Sprint gemacht haben.
Bei neuen Onlinekursen sehe ich häufig zwei Extreme. Die einen nehmen erst einmal unzählige Videos auf, bauen PDFs, richten das Kursportal ein und machen alles hübsch, bevor irgendjemand gekauft hat. Die anderen verkaufen unter dem Label Beta-Launch etwas, bei dem noch völlig unklar ist, was die Kundinnen überhaupt bekommen sollen.
Beides ist nicht der Weg, den ich wählen würde. Eine Beta-Runde bedeutet für mich nicht, dass deine Kundinnen dafür bezahlen sollen, dass du selbst noch keine Ahnung hast, was du eigentlich machen willst.
Du solltest ziemlich genau wissen, für wen dein Angebot ist, welches konkrete Problem deiner Zielgruppe du damit löst und welches Ergebnis erreicht werden soll. „Instagram Coaching“ ist zum Beispiel keine Lösung, das ist sehr weit gefasst. Was kann oder weiß deine Kundin danach, was sie vorher nicht konnte oder wusste? An welchem Punkt steht sie jetzt und wo steht sie danach?
Bevor ich einen ersten Launch plane, lege ich deshalb immer diese Punkte fest:
Erst dann würde ich verkaufen, und zwar bevor alles produziert ist.
Du musst noch nicht bis ins letzte Detail wissen, ob deine Kundinnen zu einem Thema vier Lektionen brauchen oder ob ein Live Call, ein Workbook oder ein Quiz sinnvoller wäre. Das kannst du vorher auch gar nicht wissen. Du weißt noch nicht, an welcher Stelle sie hängen bleiben, welche Fragen immer wieder auftauchen und welches zusätzliche Material ihnen tatsächlich hilft. Genau dafür ist eine Beta-Runde da.
Du musst auch nicht alles vor dem Start produzieren. Wenn ein Modul erst in Woche fünf gebraucht wird, muss es nicht zwangsläufig Wochen vorher fertig sein. Sinnvoll kann es sein, die ersten Module fertig zu haben, damit die Kundinnen direkt nach dem Kauf etwas bekommen, und die späteren Inhalte auf Basis der Fragen und Erfahrungen aus den ersten Wochen zu finalisieren.
Was ich nicht machen würde: etwas verkaufen und danach drei Monate verschwinden, weil ich jetzt einen Kurs produzieren muss. Deine Beta-Kundinnen sind keine Versuchskaninchen. Sie sind die Menschen, mit denen du herausfindest, wie dein Angebot ihnen am besten zum definierten Ergebnis verhilft.
Bei einem neuen Angebot würde ich relativ früh anfangen, mit der Zielgruppe darüber zu sprechen, und diese Gespräche während der kompletten Entwicklung weiterführen. Dadurch merkst du auch, welche Formulierungen deine Kundinnen selbst benutzen.
Wichtig ist: Deine Zielgruppe liefert dir Informationen, sie baut dir aber nicht dein Produkt. Wenn zehn Menschen zehn unterschiedliche Dinge wollen und du versuchst, alles davon einzubauen, hast du am Ende einen Onlinekurs für mehrere Zielgruppen, bei dem niemand mehr versteht, wofür er eigentlich da ist.
Eine Beta-Runde soll dich in der Regel für die Erstellung bezahlen. Wenn du schon etwas fortgeschritten bist, kann es auch mal sein, dass du dabei draufzahlst und sie als Testballon betrachtest: Macht dir das Produkt Spaß, liegt dir das Konzept, und welcher Umsatz kann später daraus entstehen?
Beim Automated Sales Sprint haben wir eine Warteliste aufgebaut, als Launch-Event mit einer Videoserie gearbeitet und die erste Runde zu einem niedrigeren Preis verkauft als die späteren Liverunden. Die ersten Kundinnen haben dafür aber kein unfertiges Produkt bekommen.
Dazu haben wir dir übrigens eine eigene Folge aufgenommen: Wartelisten im Live Launch: Warum sie schlechter konvertieren und wir sie trotzdem empfehlen
Wir haben diese Runde sehr eng begleitet, unter anderem mit wöchentlichen Live Q&As über die sechs Wochen und einer Facebook-Gruppe. Dadurch konnten wir beobachten, wo die Menschen hängen bleiben, welche Fragen entstehen und welche Erklärungen funktionieren. Wir haben auch gesehen, wo wir etwas für total wichtig gehalten hatten, das in der Praxis kaum jemanden interessiert hat, und umgekehrt.
Das ist für mich einer der größten Vorteile: Du entwickelst dein Produkt nicht monatelang im stillen Kämmerchen, sondern bekommst während der Durchführung echte Rückmeldungen.
Für den Launch selbst brauchst du nicht zwangsläufig ein riesiges Konstrukt. Wenn du an eine sehr warme Community oder Warteliste launchst und das Angebot relativ leicht verständlich ist, kann eine gute E-Mail-Serie völlig ausreichen.
Wenn dein Angebot erklärungsbedürftiger ist oder deine potenziellen Kundinnen erst verstehen müssen, warum ihr bisheriger Lösungsweg nicht funktioniert, würde ich eher mit einem Launch-Event arbeiten und einen Einführungspreis machen.
Nach der ersten Runde würde ich nicht nur das Produkt auswerten, sondern auch den Launch. So würde ich vorgehen:
Nach der Beta-Runde hast du etwas, das du vorher nicht hattest: echte Daten, Kundenergebnisse und im besten Fall Testimonials. Damit baust du Runde zwei auf.
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Folge 42Erst verkaufen, dann erstellen? So würde ich einen …