Folge 52 · 15. Oktober 2026 · 12 Min.

Welche Onlinekurse lassen sich 2026 noch erfolgreich live launchen?

Kostenlose Inhalte gibt es zu fast jedem Thema und KI-Tools beantworten viele Fragen in wenigen Sekunden. Warum sollten Menschen also noch mehrere Hundert oder Tausend Euro für einen Onlinekurs ausgeben? In dieser Folge schaue ich mir an, was ein Onlinekurs heute bieten muss, und welche drei Dinge ich vor deinem nächsten Live Launch prüfen würde.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Anzahl deiner Module ist kein überzeugender Grund mehr, einen Kurs zu kaufen. Entscheidend ist, welches konkrete Problem er löst.
  • Bevor du dein Angebot umbaust, prüfe, ob dein Verkaufsversprechen nur zu allgemein ist.
  • Mehr Betreuung kann ein gutes Verkaufsargument sein, wenn sie bei der Umsetzung wirklich hilft und sich wirtschaftlich rechnet.
  • Finde heraus, wofür deine Zielgruppe aktuell bereit ist, Geld auszugeben.

Verkaufen sich Onlinekurse überhaupt noch?

Zuerst müssen wir unterscheiden, was wir unter einem Onlinekurs verstehen. Zwischen einem E-Book und einem sechsmonatigen Programm mit persönlicher Betreuung liegen Welten. In Diskussionen über den Markt werden diese Angebote trotzdem gerne in einen Topf geworfen.

Wenn ich mir unsere eigenen Angebote und die Launches unserer Kundinnen anschaue, sehe ich nicht, dass Menschen aufgehört haben, digitale Produkte zu kaufen. Was sich verändert hat: Wir müssen den Wert eines Angebots sehr viel deutlicher machen. Informationen allein sind im Überfluss vorhanden.

Wenn ich wissen möchte, wie ich eine Salespage strukturiere oder ein Webinar vorbereite, finde ich dazu unglaublich viele kostenlose Inhalte und kann auch eine KI fragen. Das heißt noch lange nicht, dass dann auch eine gute Salespage entsteht. Es heißt aber, dass du dir sehr genau überlegen solltest, warum jemand für deinen Onlinekurs bezahlen sollte, wenn es die grundlegenden Informationen auch kostenlos gibt.

Mehr dazu hörst du in dieser Folge: Salespages, die verkaufen: Die wichtigsten Do’s & Don’ts mit Copy-Expertin Caroline Metz

1. Die Anzahl deiner Module ist kein Verkaufsargument

Ich sehe immer noch viele Onlinekurse, bei denen im Live Launch oder im Evergreen Funnel ausführlich erklärt wird, wie viele Module, Workbooks und Bonusinhalte enthalten sind. Das ist nicht falsch, denn Menschen möchten wissen, was sie kaufen. Es ist aber kein überzeugender Grund mehr, mehrere Hundert oder sogar Tausend Euro auszugeben.

Das vertiefen wir in dieser Folge: Die 5 Phasen deines Evergreen Funnels – so verkaufst du planbar und automatisiert

Viel interessanter ist die Frage, welches konkrete Problem du für deine Kundin löst. Bei einem unserer eigenen Produkte war das Ziel, einen automatisierten Verkaufsprozess für ein kleineres digitales Produkt aufzubauen. Dafür reicht es nicht zu verstehen, wie so ein Funnel grundsätzlich funktioniert. Du musst auch wissen, welche Entscheidungen du treffen musst, damit das Angebot zum Freebie passt und die E-Mails zur Salespage.

Wenn ich dieses Produkt noch einmal launchen würde, würde ich genau das viel klarer herausarbeiten als früher.

2. Dein Verkaufsversprechen muss konkreter werden

Darüber wurde auf der Mastermind von Patrick Wind auf Ibiza viel gesprochen: Wie konkret muss ein Angebot sein, damit Menschen den Wert erkennen? Nehmen wir einen Business-Kurs, der verspricht, dass du dein volles Potenzial entfaltest. Was soll das bedeuten? Macht deine Kundin damit mehr Umsatz, arbeitet sie weniger, verkauft sie ihr bestehendes Angebot besser? Je nachdem, welches Problem sie tatsächlich hat, müsste dein Verkaufsversprechen völlig anders aussehen.

Das würde ich prüfen, bevor du wegen der allgemeinen Marktentwicklung ein neues Produkt entwickelst. Es kann sein, dass dein bestehender Onlinekurs weiterhin relevant ist und du nur zu allgemein kommunizierst.

Schau dir deshalb an, warum Menschen dein Angebot bisher gekauft haben. Was wollten sie verändern, welche Probleme hatten sie vor der Buchung und was hat sie am Ende überzeugt? Dafür kannst du mit bestehenden Kundinnen sprechen oder dir die Antworten aus deinen bisherigen Launches anschauen. Ich hoffe, du machst neben der Nichtkäuferinnen-Umfrage auch eine Käuferinnen-Umfrage. Danach prüfst du, ob diese Kaufmotive in deinem Webinar, deinen Sales-Mails und auf deiner Salespage vorkommen. Gerade im Live Launch erreichst du Menschen über mehrere Kontaktpunkte und kannst ihnen dort zeigen, warum das Angebot für sie relevant ist.

3. Mehr Betreuung kann ein Verkaufsargument sein, wenn sie sinnvoll ist

Gerade bei komplexeren Themen ist die Schwierigkeit häufig nicht, dass Menschen nicht wissen, was zu tun wäre. Sie schaffen es nicht, das Wissen auf ihre eigene Situation zu übertragen. Bestes Beispiel ist der Evergreen Funnel. Du weißt vielleicht, dass du Tools, E-Mails und je nach Funnel ein aufgezeichnetes Webinar brauchst. Du bist dir aber nicht sicher, wie das alles ineinandergreift und wie du es technisch umsetzt. Genau hier können Feedback, persönliche Begleitung oder die Möglichkeit, Fragen zu stellen, einen riesigen Unterschied machen.

Das heißt nicht, dass du jeden Selbstlernkurs in ein betreutes Programm verwandeln solltest. Vielleicht passt ein konkreter Umsetzungsworkshop oder eine einmalige Analyse. Es kann genauso gut sein, dass dein Selbstlernkurs bereits genau das bietet, was deine Zielgruppe braucht. Schau dir an, wo deine bisherigen Kundinnen in der Umsetzung Schwierigkeiten hatten und welche Unterstützung ihnen tatsächlich geholfen hätte.

Wichtig: Die Betreuung muss sich wirtschaftlich rechnen. Ein Programm, das sich durch sehr viel persönliche Betreuung besser verkauft, dir aber kaum noch Marge lässt, ist nicht das bessere Geschäftsmodell.

Was du vor deinem nächsten Live Launch prüfen solltest

Ich würde vor deinem nächsten Live Launch vor allem drei Dinge überprüfen:

  • Kommunizierst du klar, dass dein Angebot ein Problem löst, für dessen Lösung deine Zielgruppe derzeit bereit ist, Geld auszugeben?
  • Ist dein Verkaufsversprechen konkret genug und erklärt dein Webinar nachvollziehbar, warum dein Angebot bei diesem Problem hilft?
  • Passt die Form deines Angebots zur Umsetzung oder brauchen deine Kundinnen möglicherweise zusätzliche Unterstützung?

Das bedeutet nicht, dass du dein gesamtes Produktportfolio neu entwickeln solltest. Wenn dein Onlinekurs sich seit Jahren gut verkauft, deine Kundinnen zufrieden sind und deine Launches wirtschaftlich gute Ergebnisse bringen, gibt es keinen Grund, alles zu verändern.

Wenn die Nachfrage aber nachlässt, deine Launches schlechter funktionieren und es dir zunehmend schwerfällt, den Wert deines Programms zu vermitteln, solltest du dir diese Fragen stellen. Bevor du einen neuen Onlinekurs entwickelst oder deinen bestehenden überarbeitest, finde heraus, wofür deine Zielgruppe aktuell wirklich bereit ist, Geld auszugeben.

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