Folge 50 · 13. Oktober 2026 · 15 Min.

Halbzeit! Die 5 wichtigsten Learnings aus 50 Live-Launch-Folgen

50 Tage, 50 Podcastfolgen und ziemlich viele Live-Launch-Themen später ist es Zeit für ein Halbzeitfazit. In dieser Folge zoome ich raus und breche auf fünf Punkte herunter, was ich dir aus den ersten 50 Folgen und den letzten sechs Jahren für deinen nächsten Live Launch mitgeben möchte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zu wenig Umsatz heißt nicht automatisch, dass du mehr Leads brauchst.
  • Der Launch-Umsatz ist nur eine Zahl. Bewerte das gesamte System dahinter.
  • Wiederhole, was funktioniert, und optimiere dort, wo deine Zahlen dir einen Grund geben.
  • Wähle dein Launch-Event nach der Kaufentscheidung aus und analysiere jeden Launch, auch die sehr guten.

1. Hör auf, bei zu wenig Umsatz automatisch nach mehr Leads zu rufen

Das ist einer der größten Denkfehler, die ich im Online-Business sehe. Der Launch macht nicht den gewünschten Umsatz und die erste Reaktion ist: Wir brauchen mehr Reichweite, wir brauchen mehr Leads, lass uns mehr Geld in Ads stecken. Natürlich brauchst du Menschen, denen du dein Angebot verkaufen kannst. Mit sehr wenigen Menschen auf deiner Liste kannst du nicht erwarten, regelmäßig einen 100.000-Euro-Launch zu machen.

Dazu haben wir dir übrigens eine eigene Folge aufgenommen: Ab wann lohnt es sich, deinen Live Launch mit Ads zu skalieren?

Ich habe aber sehr viele Launches gesehen, bei denen das Problem nicht vorne im Funnel lag. Menschen haben sich zum Webinar angemeldet und sind nicht erschienen. Oder sie sind nicht bis zum Pitch geblieben, haben nicht auf die Salespage geklickt oder dort nicht gekauft. Wenn du vorne 5.000 neue Leads draufkippst, verlierst du einen Großteil davon an genau diesen Stellen.

Mehr dazu hörst du in dieser Folge: Salespages, die verkaufen: Die wichtigsten Do’s & Don’ts mit Copy-Expertin Caroline Metz

Es kommen dann vielleicht mehr Käuferinnen heraus, aber du verlierst auch viel mehr potenzielle Käuferinnen. Dein Problem ist nicht kleiner geworden, nur teurer. Bevor du dein Ad-Budget verdoppelst, möchte ich wissen, wo du in deiner aktuellen Live-Launch-Strategie wirklich Umsatz verlierst.

2. Dein Launch-Umsatz ist nur eine Zahl

Ein Launch ist ein gesamtes System. Ob ein Umsatz gut ist, sagt die Zahl allein nicht. Wenn du beim letzten Mal 8.000 Euro gemacht hast, ist ein Launch mit 30.000 Euro wahrscheinlich ziemlich cool. Wenn du dafür aber 25.000 Euro in Ads ausgegeben hast, sollten wir noch einmal reden. Wenn du eine Liste mit 200.000 Menschen hast, würde ich gerne weitere Zahlen sehen. Und wenn 80 Prozent deiner Webinar-Anmeldungen gar nicht erschienen sind, hast du auf jeden Fall Umsatz liegen lassen.

Bewerte deinen Live Launch deshalb nicht nur anhand der Zahl, die am Ende in deinem Bezahlsystem steht. Ich möchte den Weg dahin verstehen:

  • Wie viele relevante Leads waren angemeldet und wie viele hattest du vorher auf deiner Liste?
  • Wie viele sind zum Launch-Event erschienen und wie viele haben den Pitch gesehen?
  • Wie viele sind auf deine Salespage gegangen und wie viele haben gekauft?
  • Hast du Menschen noch auf der Bezahlseite verloren?

Wenn du Ads nutzt, möchte ich auch wissen, was du ausgegeben hast und wie sich das wirtschaftlich ausgewirkt hat. Hier kommt wieder UTM-Tracking ins Spiel: Kannst du nachvollziehen, wie viele der Menschen aus deinen Ads tatsächlich gekauft haben? Vielleicht bekommst du dort viele Anmeldungen von Menschen, die am Ende gar nicht kaufen.

3. Wiederhole, was bereits funktioniert, und lass es in Ruhe

Online-Unternehmerinnen haben manchmal einen merkwürdigen Drang, Dinge aus dem Bauch heraus zu optimieren, oder wie meine Mutter sagt, zu verschlimmbessern. Eine Sales-Mail hat eine richtig gute Klickrate und verkauft, und trotzdem denkst du: Da schreibe ich doch mal etwas Neues. Oder du sagst dir, dass deine Liste das Angebot jetzt schon kennt, und baust ein neues. Ich habe mich selbst schon häufig dabei erwischt.

Unsere Kundinnen verkaufen teilweise im Kern denselben Kurs mit praktisch demselben Launch über viele Jahre hinweg. Natürlich wird dabei optimiert. Ein skalierbarer Launch entsteht aber dadurch, dass ich Dinge wiederhole, Daten sammle und dadurch immer besser verstehe, was funktioniert und was nicht.

Wenn eine E-Mail schon in drei Launches verkauft hat, darf sie auch im vierten verkaufen. Fass an, was laut deiner Launch-Auswertung noch nicht gut funktioniert, und lass den Rest in Ruhe.

4. Dein Launch-Event muss zur Kaufentscheidung passen

Dein Launch-Event muss zu deiner Zielgruppe, deinem Business, deinem Produkt und der Kaufentscheidung passen. Ein aktueller Marketingtrend ist kein Auswahlkriterium. Ob Webinar, Challenge, Videoreihe oder zweitägiger Workshop, mich interessiert, was deine potenzielle Kundin erleben oder verstehen muss, damit sie eine gute Kaufentscheidung treffen kann.

  • Braucht dein Angebot viel Erklärung und muss deine Kundin verstehen, warum ihr bisheriger Ansatz nicht funktioniert, kann ein Webinar richtig gut passen.
  • Muss sie etwas ausprobieren und erleben, kann eine Challenge sinnvoller sein.
  • Verkaufst du ein komplexes, hochpreisiges Angebot und brauchst viel Tiefe oder Austausch, kann ein längerer Workshop funktionieren.
  • Ist deine Warteliste extrem warm und kennt dein Angebot, brauchst du vielleicht gar kein großes Event.

Wir hatten in dieser Serie das Beispiel eines Launches mit ungefähr 20.000 Challenge-Anmeldungen, der wirtschaftlich schlechter funktioniert hat als ein späterer Webinar-Launch mit ungefähr 6.000 Anmeldungen. Deshalb reicht mir die Frage, mit welchem Format ich die meisten Registrierungen bekomme, nicht aus. Ich möchte wissen, welches Format Menschen zu einer konkreten Kaufentscheidung bringt.

5. Analysiere jeden einzelnen Launch

Nach einem schlechten Launch analysieren wir meistens automatisch. Wir wollen genau wissen, warum Menschen nicht gekauft haben. Nach einem richtig guten Launch heißt es häufig: Hat funktioniert, machen wir wieder. Damit verschenkst du sehr viel.

In der Serie hatten wir den Fall einer Kundin mit über 100.000 Euro Umsatz, ihrem ersten sechsstelligen Launch. Trotzdem haben wir uns danach die Zahlen angeschaut, denn ich möchte verstehen, warum es gut war und wo noch mehr Umsatz möglich gewesen wäre.

Welche Sales-Mails haben gut funktioniert? Wo war die Conversion stark? Welchen Teil des Webinars solltest du auf keinen Fall anfassen, weil der Chat explodiert ist? Und wo haben wir trotz des guten Ergebnisses Menschen verloren, weil wir einen bestimmten Kaufeinwand nicht aufgegriffen haben? Das ist für mich der Unterschied zwischen einem einzelnen guten Launch und einem Launch-System, das du immer weiter verbessern kannst.

Was das für deinen nächsten Live Launch bedeutet

Du brauchst nicht bei jedem Problem mehr Leads. Du musst verstehen, wie dein gesamter Launch funktioniert und wo dir Menschen verloren gehen. Du darfst wiederholen, was bereits funktioniert. Dein Launch-Event wählst du danach aus, was deine potenzielle Kundin für ihre Kaufentscheidung braucht und was zu dir und deinem Angebot passt. Und danach schaust du auf deine Zahlen, wertest sie aus und lernst daraus.

Dein nächster erfolgreicher Live Launch entsteht sehr wahrscheinlich eher dadurch, dass du besser verstehst, was in deinem bestehenden Launch-System noch nicht funktioniert, als dadurch, dass du alles neu machst und mehr Geld für Ads ausgibst. Finde heraus, wo du Käuferinnen verlierst, und werde genau dort besser.

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