Folge 68 · 31. Oktober 2026 · 16 Min.
Dein Onlinekurs verkauft sich ganz gut, deine Kundinnen sind zufrieden und trotzdem bleibt nach jedem Launch erstaunlich wenig übrig? Dann könnte dein Angebot schlicht zu günstig sein. In dieser Folge zeige ich dir vier Anzeichen dafür und wie du deinen Preis überprüfst.
Du hast 20 Plätze und jedes Mal melden sich deutlich mehr Menschen, als du aufnehmen kannst? Wenn die Nachfrage dauerhaft größer ist als dein Angebot, kann das ein Hinweis auf einen zu niedrigen Preis sein.
Gerade bei persönlicher Betreuung ist eine Preiserhöhung oft sinnvoller, als noch mehr Teilnehmerinnen aufzunehmen. Das heißt nicht, dass du deinen Preis direkt verdoppeln musst. Eine unserer Kundinnen hat ihren Preis zum Beispiel in mehreren Schritten um jeweils ein paar Hundert Euro angehoben.
Hast du über mehrere Launches eine stabile Nachfrage, teste einen höheren Preis.
Vielleicht ist dein Gruppenprogramm für 599 € mal mit einem Kursbereich und drei Live-Calls gestartet. Inzwischen gibt es eine Community, ein wöchentliches Live Q&A und persönliches Feedback.
Bei der Kalkulation solltest du deshalb nicht nur auf den Umsatz schauen, sondern auch auf das, was dich die Betreuung kostet. Dazu gehören externe Kosten und deine eigene Zeit. Bei 20 Teilnehmerinnen und 599 € machst du knapp 12.000 €. Investierst du danach über Monate jede Woche viele Stunden in die Betreuung, kann das wirtschaftlich schnell unattraktiv werden.
Dann hast du zwei Möglichkeiten: Du erhöhst den Preis oder du reduzierst den Betreuungsumfang. Immer mehr Leistung dazuzupacken würde ich dir nicht empfehlen. Mehr Betreuung bedeutet nicht automatisch ein besseres Ergebnis.
Das war auch für uns eine schmerzhafte Erkenntnis. Manchmal ist ein Angebot nicht deshalb zu günstig, weil du zu wenig daran verdienst, sondern weil der Preis nicht zu deiner Positionierung passt.
Richtet sich dein Programm an fortgeschrittene Unternehmerinnen und kostet nur 1.000 €, ziehst du womöglich vor allem Menschen an, für die es noch gar nicht sinnvoll ist. Und die Fortgeschrittenen nehmen dein Angebot vielleicht gar nicht als intensive Unterstützung wahr.
Ein niedriger Preis ist nicht grundsätzlich schlecht. Ein kleines Produkt, das ein konkretes Problem löst, darf günstig sein. Versprichst du aber eine umfangreiche Transformation mit persönlicher Betreuung, sollte sich das im Preis widerspiegeln. Frag dich deshalb auch, welche Erwartungen du mit deinem Preis weckst und ob du damit die richtigen Menschen anziehst.
Du hast deinen Kurs vor zwei, drei Jahren entwickelt, seitdem neue Inhalte und Vorlagen ergänzt und die Betreuung verbessert. Auch deine Expertise ist gewachsen. Nur der Preis ist gleich geblieben, weil du dich an ihn gewöhnt hast.
Mehr Module bedeuten nicht automatisch mehr Wert. Entscheidend ist, ob deine Kundinnen dadurch bessere Ergebnisse erzielen, schneller vorankommen oder mehr Unterstützung bekommen. Wenn ja, kann eine Preiserhöhung absolut sinnvoll sein.
Dafür brauchst du keinen riesigen Relaunch. Du kannst im nächsten Live Launch einen neuen Preis einführen und transparent kommunizieren, dass sich dein Angebot weiterentwickelt hat. Für die Warteliste gibt es vielleicht noch den alten Preis.
Mehr dazu hörst du in dieser Folge: Wartelisten im Live Launch: Warum sie schlechter konvertieren und wir sie trotzdem empfehlen
Leg deinen neuen Preis nicht einfach aus dem Bauch heraus fest. Schau dir zuerst drei Dinge an:
Verkauft sich dein Kurs aktuell kaum, liegt das Problem vielleicht eher an deiner Positionierung oder deinem Verkaufsprozess. Dein Preis ist immer Teil deiner gesamten Verkaufsstrategie.
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Folge 68Dein Onlinekurs ist zu günstig. Woran erkennst du das?