Folge 61 · 24. Oktober 2026 · 8 Min.

Braucht dein Onlinekurs eine Geld-zurück-Garantie?

Geld-zurück-Garantien sollen Kaufhürden senken und für mehr Verkäufe sorgen. Ich habe bei meinen eigenen Produkten noch nie eine freiwillige Garantie angeboten. In dieser Folge erfährst du, warum, wann sie trotzdem sinnvoll sein kann und warum du sie nicht mit dem gesetzlichen Widerrufsrecht verwechseln solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Garantie kann bei unsicheren Zielgruppen und großen finanziellen Entscheidungen Vertrauen schaffen.
  • Sie ersetzt keine überzeugende Angebotskommunikation.
  • Bei günstigen Selbstlernkursen würde ich darauf verzichten.
  • Eine freiwillige Garantie ist nicht dasselbe wie das gesetzliche Widerrufsrecht.

Warum ich keine Geld-zurück-Garantie anbiete

Vielleicht überlegst du gerade, deinem nächsten Onlinekurs eine Geld-zurück-Garantie mitzugeben. Schließlich liest man immer wieder, dass eine Garantie das Kaufrisiko senkt und dadurch mehr Menschen kaufen.

Ich biete keine an und werde das auch in Zukunft nicht tun, weder bei unseren kleinen Selbstlernprodukten noch bei unseren großen Programmen. Trotzdem finde ich Geld-zurück-Garantien nicht grundsätzlich schlecht. Ich glaube nur, dass du sehr genau hinsehen solltest, für welche Angebote und welche Zielgruppen du sie einsetzt.

Wann eine Garantie sinnvoll sein kann

Eine Geld-zurück-Garantie kann sinnvoll sein, wenn du eine sehr unsichere Zielgruppe hast. Gerade im B2C-Bereich, wo Menschen vielleicht zum ersten Mal in ein Onlineprogramm investieren, kann eine zusätzliche Absicherung Vertrauen schaffen.

Dasselbe gilt, wenn dein Angebot für deine Zielgruppe eine wirklich große finanzielle Entscheidung ist. Muss jemand mehrere Monate auf einen Kurs sparen, ist die Sorge vor einer falschen Entscheidung eine ganz andere als bei einem günstigen Produkt. Eine freiwillige Garantie kann diese Unsicherheit in einem gewissen Maß reduzieren.

Die Frage, die du dir vorher stellen solltest

Bevor du eine Garantie auf deine Salespage schreibst, frag dich: Warum haben deine Interessentinnen überhaupt Angst vor dem Kauf? Fehlt ihnen Vertrauen in dich oder in sich selbst? Ist ihnen nicht klar, welches Ergebnis sie mit deinem Programm erreichen können? Haben sie schlechte Erfahrungen mit anderen Kursen oder Programmen gemacht? Oder passt dein Angebot möglicherweise gar nicht hundertprozentig zu ihnen?

Mehr dazu hörst du in dieser Folge: Salespages, die verkaufen: Die wichtigsten Do’s & Don’ts mit Copy-Expertin Caroline Metz

Eine Garantie ist kein Ersatz für eine überzeugende Angebotskommunikation. Wenn sich Menschen diese Fragen noch stellen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in deinem Prozess davor etwas noch nicht richtig funktioniert.

Warum ich bei günstigen Selbstlernkursen darauf verzichten würde

Bei einem kleinen, günstigen Selbstlernkurs würde ich auf keinen Fall eine freiwillige 14-Tage-Garantie obendrauf packen. Damit schaffst du unter Umständen nur zusätzlichen Verwaltungsaufwand für ein Produkt, bei dem die Kaufentscheidung ohnehin vergleichsweise niedrigschwellig ist.

Außerdem entstehen manchmal Konstruktionen, die ich ziemlich absurd finde: Du möchtest eine großzügige Garantie anbieten, hast aber gleichzeitig Angst, dass Menschen deinen Kurs komplett durcharbeiten und anschließend ihr Geld zurückverlangen. Also schaltest du in den ersten 14 Tagen nur einen kleinen Teil des Kurses frei und den Rest danach. Damit machst du dein Produkt für deine Kundinnen schlechter nutzbar, nur um eine Garantie abzusichern, die du freiwillig eingeführt hast.

Freiwillige Garantie und gesetzliches Widerrufsrecht

Eine freiwillige Geld-zurück-Garantie ist nicht das Gleiche wie das gesetzliche Widerrufsrecht. Ich bin keine Rechtsanwältin und das hier ist keine Rechtsberatung. Bei Online-Käufen durch Verbraucherinnen gibt es aber grundsätzlich gesetzliche Widerrufsrechte. Bei digitalen Inhalten kann dieses Recht unter bestimmten Voraussetzungen vorzeitig erlöschen, und es können auch andere Regeln greifen.

Du kannst also nicht einfach auf deine Salespage schreiben, dass es keine Rückgabe gibt, und davon ausgehen, dass damit jedes gesetzliche Recht ausgeschlossen ist. Wie du deinen Checkout rechtssicher gestaltest, solltest du unbedingt juristisch prüfen lassen.

Wenn ich hier von einer Geld-zurück-Garantie spreche, meine ich eine zusätzliche, freiwillige Zusage, die über deine gesetzlichen Verpflichtungen hinausgeht.

Was eine Garantie dir tatsächlich bringt

Du könntest testen, ob sich deine Kaufconversion durch eine Garantie verbessert. Achte dabei auch auf die Rückerstattungen und deinen tatsächlichen Umsatz nach den Rückerstattungen. Machst du fünf Verkäufe mehr und erstattest anschließend drei davon zurück, hast du nicht automatisch etwas gewonnen. Dazu kommt der Verwaltungsaufwand für dich und dein Team.

Ich würde mich auch nicht von anderen Anbieterinnen verrückt machen lassen. Nur weil auf einer Salespage eine riesige Geld-zurück-Garantie steht, heißt das noch lange nicht, dass du sie für deinen Onlinekurs ebenfalls brauchst. Vielleicht sind für deine Zielgruppe eine transparente Beschreibung der Inhalte, ein realistischer Einblick in die Betreuung oder ein persönliches Gespräch vor dem Kauf wertvoller.

So entscheidest du für dein Angebot

Eine Geld-zurück-Garantie kann Vertrauen schaffen. Sie sollte aber ein bewusst gewählter Bestandteil deiner Verkaufsstrategie sein und keine automatische Ergänzung, weil andere es auch so machen.

  • Überlege zuerst, welche Kaufhürde du damit lösen möchtest.
  • Prüfe, ob du diese Hürde auch mit einer guten Einwandbehandlung in deinen Sales-Mails, auf deiner Salespage oder im Webinar lösen kannst.
  • Rechne nach, ob der zusätzliche mögliche Umsatz den Aufwand und das Risiko rechtfertigt.

Das vertiefen wir in dieser Folge: Die 5 Sales-Mails, die in keinem Live Launch fehlen dürfen

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