Folge 14 · 7. September 2026 · 10 Min.
Montag: „Die Türen sind endlich geöffnet!“ Freitag: „Letzte Chance!“ Und dazwischen nichts. Wenn deine Sales-Kampagne nach dem Webinar oder der Challenge so aussieht, lässt du sehr wahrscheinlich Verkäufe liegen. In dieser Folge zeige ich dir die fünf Arten von Sales-Mails, die ich in fast jedem Live Launch einplanen würde.
Gestern ging es darum, wie mehr deiner Angemeldeten live im Webinar oder Launch-Event dabei sind. Heute gehen wir einen Schritt weiter in die Phase danach: Das Webinar ist vorbei, dein Angebot ist buchbar. Ein Fehler, den ich dort immer wieder sehe: Cart Open beginnt mit einer Mail „Juhu, die Türen sind offen“, dann passiert lange nichts, vielleicht kommt noch eine Mail, und am letzten Tag eine Letzte-Chance-Mail. Das war es mit den Sales-Mails.
Falls du das gerade so machst: bitte in Zukunft nicht mehr. Die Sorge, dass deine Mails deine Liste nerven, kannst du durch Segmentierung und Tags lösen. Menschen, die sich zu deinem Webinar angemeldet haben, haben erkannt, dass sie ein Problem haben, und wollen es lösen. Schickst du ihnen dann nur ein paar Mails, ist das nicht nur schlecht für deinen Umsatz, es ist auch unterlassene Hilfeleistung.
Fünf Arten von Sales-Mails heißt nicht, dass ich insgesamt nur fünf Mails verschicke. Gerade wenn deine Cart-Open-Phase fünf bis sieben Tage dauert, schicke ich jeden Tag eine Mail und am vorletzten und letzten Tag zwei bis maximal drei. Aber wenn ich mir fünf aussuchen müsste, wären es diese.
Die erste ist eigentlich noch keine klassische Sales-Mail. Es ist die Ankündigungs-Mail, und sie geht schon raus, bevor das Angebot buchbar ist, je nachdem etwa einen oder zwei Tage vorher. Besonders wichtig ist sie für deine Warteliste und für Bestandskundinnen: Menschen, die dein Angebot schon kennen, beim letzten Launch noch nicht gekauft haben oder ein anderes Produkt bei dir gekauft haben, für die das neue Angebot ein logischer nächster Schritt sein könnte.
Mehr dazu hörst du in dieser Folge: Wartelisten im Live Launch: Warum sie schlechter konvertieren und wir sie trotzdem empfehlen
Denen würde ich nicht überraschend an einem Montagmorgen schreiben, dass das Angebot jetzt da ist. Damit überfällst du sie. In der Ankündigungs-Mail schreibst du, dass am Montag die Türen öffnen, dass es eine neue Runde gibt oder dass sich dein Angebot verändert hat, zum Beispiel mit neuen Inhalten, einem neuen Schwerpunkt oder einer neuen Form der Betreuung.
So haben die Menschen die Möglichkeit, sich vorher damit zu beschäftigen. Vielleicht wollen sie es mit ihrem Partner oder ihrer Businesspartnerin absprechen, schauen, ob es finanziell passt, oder sich den Zeitraum anschauen. Und wofür hast du eine Warteliste, wenn diese Menschen nicht als Erste erfahren, dass es bald wieder losgeht?
Die zweite ist die klassische Cart-Open-Mail: Jetzt ist das Angebot buchbar. Mach aus dieser Mail nicht mehr, als sie ist. Ich möchte klar verstehen:
Das klingt banal. Trotzdem habe ich schon Cart-Open-Mails gesehen, bei denen ich nach fünf Sätzen immer noch nicht wusste, was verkauft wird. Du darfst in einer Verkaufsmail verkaufen. Niemand erwartet etwas anderes. Wer sich daran stört, meldet sich ab, und auch das ist in Ordnung.
Die dritte ist eine meiner liebsten: die Storytelling-Mail. Hier verschickst du keine Kurzversion deiner Salespage, sondern erzählst eine Geschichte. Vielleicht deine eigene, die einer Kundin, eine Situation aus deinem Arbeitsalltag oder einen Moment, in dem genau das Problem sichtbar wird, das dein Angebot löst. Ganz am Ende schlägst du die Brücke zu deinem Angebot.
Das vertiefen wir in dieser Folge: Salespages, die verkaufen: Die wichtigsten Do’s & Don’ts mit Copy-Expertin Caroline Metz
Wenn ich ein Programm zum Live Launchen verkaufe, könnte ich dir zum fünften Mal erzählen, dass du darin lernst, deinen Live Launch so zu planen, dass du mehr Umsatz machst. Oder ich erzähle dir von unserer Kundin, die überzeugt war, sie bräuchte einfach mehr Leads, und wir haben in der Analyse direkt zum Start festgestellt, dass das gar nicht das Problem war. Darüber kann ich zeigen, warum Launch-Analyse wichtig ist und warum sich dein Problem nicht immer mit mehr Reichweite lösen lässt.
Menschen kaufen nicht nur über Fakten, und nicht alle brauchen denselben Grund, um zu kaufen. Deshalb möchte ich in meiner Sales-Kampagne verschiedene Perspektiven auf das Angebot aufmachen.
Ich liebe FAQ-Mails. Fragen, die während Cart Open kommen, sind für mich nicht nervig. Das ist Sales-Copy, die mir meine potenziellen Kundinnen frei Haus liefern. Fragt eine Person, ob es auch funktioniert, wenn sie erst 500 Menschen auf der Liste hat, dann denkt das ziemlich sicher nicht nur sie.
Ich habe schon zweimal gelauncht, ist das noch etwas für mich? Wie viel Zeit brauche ich pro Woche? Kann ich teilnehmen, wenn ich im September zwei Wochen im Urlaub bin? Brauche ich schon einen fertigen Kurs? Das alles kannst du in einer FAQ-Mail beantworten und zusätzlich auf der Salespage aufgreifen.
Du musst nicht für jede Frage eine eigene Mail machen. Bündle mehrere Fragen und nutze die, die während deines Launches oder auch zwischendurch zum Produkt reinkommen. Mit der Zeit bekommst du ein gutes Gefühl dafür, welche Fragen immer wiederkommen. Genau das sind oft die Dinge, die Menschen noch vom Kauf abhalten. Greifst du sie aktiv auf, entkräftest du mehrere Kaufeinwände mit einer einzigen Mail.
Mit dem Final Reminder meine ich nicht nur „noch drei Stunden“ und ein Sirenen-Emoji. Natürlich muss drinstehen, dass dein Angebot schließt, aber mit einer konkreten Deadline: nicht „heute Abend“, sondern Datum und Uhrzeit. Schließt dein Cart um 23:59 Uhr, dann sollen die Menschen das wissen.
Gib in dieser Mail nochmal einen Grund, eine Entscheidung zu treffen. Fass kurz zusammen, für wen das Angebot ist, was das Ergebnis ist, was ich bekomme und was passiert, wenn ich jetzt buche. Und du darfst sagen: Wenn du in dieser Runde dabei sein willst, musst du dich jetzt entscheiden. Ohne künstliche Verknappung und ohne so zu tun, als würde morgen die Welt untergehen.
Das wäre nie die einzige Mail am letzten Tag, sondern die letzte. Nicht jede öffnet am letzten Tag morgens um sieben deine erste Mail und denkt den ganzen Tag über dein Angebot nach. Wir überschätzen manchmal massiv, wie viel unsere Newsletter-Abonnentinnen über uns nachdenken. Die haben auch ein Leben.
Zusammengefasst: die Ankündigung vor Cart Open, gerade für Warteliste und Bestandskundinnen, eine klare Cart-Open-Mail, eine Storytelling-Mail, eine FAQ-Mail und der Final Reminder. Besteht deine bisherige Sales-Kampagne nur aus „wir sind offen“ und „wir schließen“, hast du damit drei weitere Möglichkeiten, deinen potenziellen Kundinnen zu zeigen, warum das Angebot für sie gerade relevant ist.
Du musst nicht den Anspruch haben, dass jede Mail jeden Menschen überzeugt. Die eine kauft nach dem Webinar, die andere braucht ein Kundinnengespräch, die nächste erkennt sich in deiner Geschichte wieder. Und die letzte sitzt am letzten Abend auf dem Sofa, liest die FAQ-Mail und denkt: Genau diese Frage hatte ich auch, ich mache das jetzt.
Wir bauen Sales-Kampagnen nicht, um eine bestimmte Zahl an Mails zu verschicken, sondern damit Menschen während Cart Open unterschiedliche Informationen und unterschiedliche Gründe für ihre Kaufentscheidung bekommen.
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Folge 14Die 5 Sales-Mails, die in keinem Live Launch fehlen dürfen