Folge 40 · 3. Oktober 2026 · 12 Min.
Der nächste Live Launch steht an, du öffnest deine Sales-Mails vom letzten Mal und denkst: Die kann ich nicht schon wieder schicken. Sehr wahrscheinlich kannst du genau das. In dieser Folge sprechen wir darüber, wann du erfolgreiche Sales-Mails wiederverwenden kannst und wann du sie wirklich überarbeiten solltest.
Das sehe ich bei Unternehmerinnen ständig: Der nächste Launch steht an, du öffnest deine erste Sales-Mail vom letzten Mal und denkst, dass du sie so nicht noch einmal schicken kannst. Also schreibst du eine komplett neue Sales-Sequenz, obwohl die alte vielleicht richtig gut funktioniert hat, sich an deinem Angebot kaum etwas geändert hat und keine Daten dafür sprechen, diese Mail auszutauschen.
Du hast sie geschrieben, korrigieren lassen und vielleicht schon in zwei Launches verschickt. Deshalb fühlt sie sich für dich alt an. Für die Frage, wie deine Liste diese Mail wahrnimmt, ist das aber ziemlich irrelevant. Wir überschätzen massiv, wie aufmerksam Menschen unsere E-Mails lesen und wie lange sie sich daran erinnern.
Nehmen wir an, du hattest 1.000 Menschen in deinem Live-Launch-Event, und sie bekommen deine Sales-Mails. Deine Mail hat eine Öffnungsrate von 45 Prozent, was erst einmal in Ordnung ist. Dann hat mehr als die Hälfte der Menschen sie nicht einmal geöffnet.
Und auch von denen, die sie geöffnet haben, sitzt nicht jede mit Kaffee, Notizbuch und Textmarker davor. Manche lesen die ersten ein, zwei Absätze zwischen zwei Terminen oder an der Supermarktkasse und werden abgelenkt. Manche lesen alles und wollen später noch einmal hineinschauen. Und manche lesen alles, klicken auf dein Angebot und kaufen nicht, weil es gerade nicht passt.
Selbst wenn sich jemand noch grob an deine Mail erinnert, kann sie im nächsten Live Launch auf eine andere Ausgangslage treffen. Vielleicht fand eine Person dein Angebot beim letzten Launch grundsätzlich spannend, hat es aber gerade nicht gebraucht. Sechs Monate später hat sie weiter versucht, das Problem allein zu lösen, und festgestellt, dass das nicht richtig funktioniert.
Vielleicht war beim letzten Mal das Budget nicht da oder der Zeitpunkt schlecht. Oder die Person kannte dich erst seit deiner Ad und deinem Launch-Event und wollte verständlicherweise nicht ein paar tausend Euro bei jemandem investieren, den sie kaum kennt. Beim nächsten Launch hört sie vielleicht seit neun Monaten deinen Podcast, liest deine E-Mails und hat ein kleines Produkt von dir gekauft. Dann bekommt sie dieselbe Sales-Mail und ist in einer ganz anderen Situation als beim ersten Mal.
Ich würde eine funktionierende Sales-Mail niemals nur deshalb ersetzen, weil du denkst, du müsstest mal etwas Neues machen. Sagen wir, du hast eine gute Mail zu dem Einwand, dass deine Zielgruppe keine Zeit für die Umsetzung hat. Sie wurde im letzten Launch gut geöffnet und geklickt, vielleicht haben dir sogar Menschen darauf geantwortet, und der Einwand taucht in Verkaufsgesprächen immer wieder auf. Dann fasst du diese Mail nicht an. Wenn deine potenziellen Kundinnen immer noch keine Zeit haben, darfst du ihnen auch beim vierten Launch erklären, warum dein Angebot trotzdem sinnvoll für sie sein kann.
Ein Satz, den ich mag und den wir uns bei uns im Business gegenseitig immer wieder sagen: Deine eigene Langeweile ist keine KPI.
Ich würde bei meinen Sales-Mails auch viel mehr darüber nachdenken, welche Funktion die einzelne Mail in meiner Sales-Phase übernimmt, als darüber, ob sie neu klingt. Jede Mail hat einen eigenen Zweck. Wenn ich sie ohne Grund verändere, kann ich die Performance verschlechtern, und zwar nicht nur bei dieser einen Mail.
Das heißt nicht, dass du einmal eine Sales-Sequenz schreibst und sie bis zum Ende deiner Selbstständigkeit unverändert verschickst. Vor jedem Launch würde ich sie durchgehen und schauen, ob noch alles passt. Das Startdatum musst du sowieso anpassen. Dazu kommen zum Beispiel diese Fälle:
Das vertiefen wir in dieser Folge: Dein Onlinekurs ist zu günstig. Woran erkennst du das?
Und wenn eine Mail, die früher gut funktioniert hat, von Launch zu Launch schwächer wird, würde ich hineinschauen und überlegen, woran es liegen könnte. Was sagt die Nichtkäuferumfrage, welche anderen Kaufeinwände gibt es? Gibt es mehr Wettbewerber und dadurch ein Vertrauensproblem? Ist der Einwand gar nicht mehr so zentral, oder hat sich deine Zielgruppe verändert? Dann hast du einen Grund, sie anzufassen.
Bitte schau bei deinen Sales-Mails nicht nur auf die Öffnungsrate. Wenn eine Mail 50 Prozent Öffnungsrate hat und danach kaum jemand auf dein Angebot klickt, ist sie nicht automatisch eine fantastische Sales-Mail. Das sagt nur, dass dein Betreff und dein Preheader ihren Job machen. Zwischen dem Öffnen und dem Klick passiert aber offensichtlich nicht viel.
In aller Regel liegt das an einem dieser Punkte:
Umgekehrt kann eine Mail mit etwas schwächerer Öffnungsrate bei den Menschen, die sie lesen, richtig gut funktionieren. Deshalb gehört eine vernünftige Auswertung deiner Sales-Mails für mich zu den wichtigsten Hebeln für mehr Verkäufe im Live Launch.
Beim ersten Launch musst du alles neu aufsetzen. Wenn du später alle paar Monate launchst, hast du das alles schon und außerdem etwas, das du beim ersten Launch nicht hattest: echte Daten darüber, wie deine Zielgruppe auf deine E-Mails und deinen Launch-Content reagiert. Wenn du jedes Mal bei null anfängst, ist das das Gegenteil eines wiederholbaren Launch-Systems.
Das kann bedeuten, dass deine Sales-Sequenz zu 80 Prozent gleich bleibt und du zwei Mails neu schreibst, weil du inzwischen zwei richtig gute Cases hast und eine Mail nicht mehr so gut funktioniert. Wenn deine Mails in drei Launches verkauft haben, dürfen sie das auch im vierten.
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Folge 40Schon wieder dieselben Sales-Mails?