Folge 43 · 6. Oktober 2026 · 11 Min.
Deine Sales-Mail wird richtig gut geöffnet, aber kaum jemand klickt auf dein Angebot? Dann bringt es dir wenig, weiter am Betreff zu optimieren. In dieser Folge schauen wir uns an, was eine hohe Öffnungsrate bei niedriger Klickrate über deine Mail verrät und was du zwischen Öffnen und Klicken prüfen solltest.
Diese Situation hatte ich in den letzten Wochen mehrfach mit Kundinnen: Eine Sales-Mail hat eine Öffnungsrate von 40 oder sogar 45 Prozent und im ersten Moment denkst du, dass sie richtig gut funktioniert. Dann schaust du auf die Klickrate und dort stehen nur 8 Prozent.
Öffnungsrate und Klickrate beantworten zwei unterschiedliche Fragen. Die Öffnungsrate sagt dir vereinfacht gesagt, ob jemand deine Mail interessant genug fand, um sie zu öffnen. Dabei spielen Betreff, Absender und Liste eine Rolle, inzwischen aber auch technische Messungen und die Zustellbarkeit. Deshalb würde ich Öffnungsraten auch nie auf die zweite Nachkommastelle analysieren.
Wenn eine Mail sehr häufig geöffnet wird und danach kaum jemand klickt, ist die erste Maßnahme bitte nicht, deinen Betreff zu optimieren. Dein Betreff hat seinen Job offensichtlich gut gemacht. Schau dir an, was zwischen Öffnen und Klicken passiert, denn dort verlierst du die Menschen. Vielleicht reitest du am Anfang viel zu lange auf etwas herum, das für die Leserin nicht interessant oder relevant ist.
Häufig sehe ich, dass der Link viel zu spät kommt. Wir schreiben erst einmal sechs Absätze über eine Geschichte, erklären das Problem, holen noch etwas weiter aus, und nach einem gefühlten Essay darf die Leserin herausfinden, was sie eigentlich tun soll.
Deshalb frage ich mich in einer Sales-Mail immer wieder, ob ich es schaffe, meinen Link mindestens in jedem Drittel der E-Mail zu platzieren, und wie lange jemand lesen muss, bevor klar ist, was ich anbiete und wo es weitergeht. Das heißt nicht, dass direkt nach dem ersten Satz ein großer Kaufen-Button stehen muss. Wenn das Ziel meiner Mail aber ist, jemanden auf meine Salespage zu bekommen, biete ich den nächsten Schritt ruhig relativ früh an und schreibe danach weiter.
Mehr dazu hörst du in dieser Folge: Salespages, die verkaufen: Die wichtigsten Do’s & Don’ts mit Copy-Expertin Caroline Metz
Gerade bei Storytelling-Mails kann das auch einfach ein Textlink weiter oben sein, bei dem ein relevanter Teil eines Satzes verlinkt ist, der gut zu deinem Angebot passt.
Das klingt banal, aber manche Sales-Mails erzählen schon das komplette Angebot inklusive Preis und enden dann ganz unten mit dem Hinweis, dass man hier alle Infos findet. Warum sollte ich klicken, wenn ich in der Mail schon Preis, Inhalt, Boni und Zielgruppe bekommen und gefühlt die komplette Salespage gelesen habe? Wenn ich in dem Moment keine Kaufentscheidung treffen möchte, werde ich vermutlich nicht klicken.
Das vertiefen wir in dieser Folge: Dein Onlinekurs ist zu günstig. Woran erkennst du das?
Andersherum sollst du jetzt auch keine Informationen geheim halten. Es geht darum, dass die Mail genug verkauft, damit ich mehr wissen möchte. Den informativen Rest übernimmt dann die Salespage.
„Jetzt buchen“ oder „Hier klicken“ ist technisch ein CTA, aber nicht unbedingt ein besonders guter. Hol lieber ein Stück weiter aus. „Hier kannst du dir Launch it! anschauen“ oder „Schau dir hier an, wie die sechs Monate genau ablaufen“ sagt mir wesentlich klarer, was mich hinter diesem Link erwartet.
Wenn du mit Buttons arbeitest, kannst du außerdem kleine Button-Unterschriften nutzen, die entweder einen Kaufeinwand aufgreifen oder Orientierung geben, zum Beispiel: Hier findest du alle Informationen und den Link zur Buchung. So weiß deine Zielgruppe, was passiert, wenn sie klickt.
Prüfe als Viertes, ob deine Mail die Erwartung erfüllt, die der Betreff weckt. Holst du die Menschen am gleichen Punkt ab oder könnte man aus dem Betreff auch etwas ganz anderes verstehen?
Der fünfte Grund ist der unbequemste: Die Mail ist einfach nicht gut. Vielleicht haben wir sie abends um zehn noch geschrieben, weil wir im Launch spät dran waren und sie morgens um sieben raus musste. Dann schau dir an, ob die Geschichte relevant ist, ob die Mail aus Sicht der Leserin geschrieben ist und ob sie einen bestimmten Kaufeinwand wirklich auflöst. Wenn du einen zentralen Einwand behandelst und danach niemand klickt, hat deine Argumentation vielleicht nicht überzeugt. Vielleicht ist das Angebot für diese Menschen aber auch nicht relevant. Das findest du unter anderem über Nichtkäuferumfragen heraus.
Bei Sales-Mails spielt außerdem der Übergang zum Angebot eine große Rolle. Ist er eine natürliche Weiterentwicklung deiner Geschichte oder kommt nach dem Storytelling auf einmal ein Werbeblock wie mitten in einem Blockbuster, bei dem man sich nur denkt: Erzähl bitte die Geschichte weiter?
Ich analysiere solche Mails nie isoliert und das würde ich dir auch empfehlen. Sticht eine Mail bei der Klickrate deutlich aus den anderen Sales-Mails heraus, schaue ich mir diese Mail sehr genau an. Bekommt dagegen die komplette Sequenz kaum Klicks, holen die Mails die Menschen vielleicht nicht am richtigen Punkt ab. Oder du hast mit deinem Webinar, deiner Challenge oder deiner Videoserie nicht die richtigen Menschen angezogen und das Angebot ist für sie gerade nicht relevant. Dann haben wir ein viel größeres Problem als die eine Mail.
Vor allem würde ich mir immer anschauen, wer am Ende gekauft hat. Wir können sehr schöne Öffnungs- und Klickraten haben und trotzdem keinen Umsatz machen, weil wir Menschen danach im Kauf verlieren. Eine Mail ist vor allem dann erfolgreich, wenn sie eine konkrete Aufgabe im Launch erfüllt.
Wenn deine Öffnungsrate stark und deine Klickrate eher schwach ist, schraubst du also nicht am Betreff. Du schaust dir den Weg zwischen Öffnen und Klicken an und prüfst diese fünf Punkte:
Launch Autopsy
Du möchtest verstehen, was bei deinem letzten Live Launch wirklich funktioniert hat und wo du beim nächsten Mal noch mehr Umsatz herausholen kannst?
Mit unserer Launch Autopsy wertest du deinen Launch systematisch aus und erkennst, an welchen Stellschrauben du ansetzen solltest.
Jetzt reinhören
In „Strategisch skalieren“ teilen Johanna Hahn und Caro Möller aka. Die FunnelArchitektinnen praktische Live-Launch- und Evergreen-Strategien und bewährte Verkaufssysteme für Unternehmerinnen wie dich, die ihr Onlinekurs-Business profitabel und skalierbar aufstellen wollen.
Abonnier den Podcast und verpasse keine der täglichen Folgen.
Folge 43Hohe Öffnungsrate, niedrige Klickrate: Warum deine …