Folge 31 · 24. September 2026 · 8 Min.
Dein Onlinekurs oder Gruppenprogramm ist gerade geschlossen und trotzdem möchte jemand kaufen. In dieser Folge schauen wir uns an, welche Möglichkeiten du zwischen zwei Launches hast, wann ein späterer gemeinsamer Start sinnvoll sein kann und warum du wegen einzelner Kaufanfragen nicht sofort dein gesamtes Angebotsmodell umstellen solltest.
Eine Kundin von uns hat ein sechsmonatiges Gruppenprogramm gelauncht. Die Gruppe läuft richtig gut, und eigentlich möchte sie erst einige Monate später mit der nächsten Kohorte starten. Nur kommen jetzt Menschen, die sagen: Ich würde gern kaufen. Lässt sie diese Menschen in die bestehende Gruppe? Verkauft sie ihnen etwas anderes? Lässt sie sie jetzt buchen und später starten? Oder stellt sie alles auf Evergreen um?
Die Frage dahinter lautet: Ist der gemeinsame Start ein relevanter Bestandteil meines Produkts? Wenn deine Teilnehmerinnen gemeinsam einen Prozess durchlaufen, Beziehungen entstehen und die Gruppendynamik einen relevanten Anteil am Ergebnis hat, würde ich nicht einfach alle drei Wochen neue Menschen hineinlassen, nur weil gerade jemand kaufen möchte. Dadurch veränderst du dein Produkt, und das muss dir vorher bewusst sein.
Aus einem Programm mit festen Startgruppen wird dann langsam ein Rolling-Enrollment-Modell. Das kann funktionieren, es ist aber ein anderes Modell. Wenn deine Calls dagegen unabhängig voneinander funktionieren, der Kursbereich ziemlich selbstständig durchlaufen werden kann und es für das Ergebnis ziemlich egal ist, ob jemand in Woche eins oder Woche zwölf startet, kann ein fortlaufender Einstieg deutlich sinnvoller sein.
Du kannst regelmäßig launchen und die Teilnehmerinnen trotzdem zu einem festen Termin starten lassen. Startet die nächste Gruppe am ersten Januar, heißt das nicht, dass du am fünften November nichts verkaufen kannst. Du kannst sagen: Du sicherst dir heute deinen Platz für die nächste Runde.
Interessant wird dann die Frage, was zwischen dem Kauf und dem Gruppenstart passiert. Bekommen die Käuferinnen schon Zugriff auf Grundlagenmodule? Gibt es ein Onboarding oder einen individuellen Kickoff? Starten bestimmte 1:1-Bestandteile schon vorher? Das hängt davon ab, wie dein Programm aufgebaut ist, und es kann dein Angebot sogar attraktiver machen.
Rechne das aber vorher sauber durch. Wenn du ein sechsmonatiges Programm verkaufst und aus lauter Nettigkeit drei Monate vorher deine persönliche Betreuung startest, hast du ein neunmonatiges Programm zum Preis von sechs Monaten gebaut. Richtig gemacht kann dieses Modell dir ermöglichen, häufiger zum Beispiel über ein Webinar zu verkaufen. Das nimmt Druck von deinen einzelnen großen Launches.
Dazu haben wir dir übrigens eine eigene Folge aufgenommen: Dein Onlinekurs ist zu günstig. Woran erkennst du das?
Auch das kann sinnvoll sein. Bitte handle dabei aber nicht nach dem Motto: Mein Hauptprogramm ist geschlossen, ich brauche jetzt sofort irgendein anderes Produkt. Du solltest ein klares Angebot haben, das ein konkretes Vorproblem löst und logisch in dein Hauptprogramm führt. Das kann ein Workshop sein, ein kleiner Kurs, eine Analyse oder eine 1:1-Leistung.
Wenn die Person aber genau dein Hauptprogramm braucht, achte darauf, dass du ihr nicht etwas verkaufst, nur damit heute Umsatz entsteht.
Am Ende steht immer die Abwägung: Lohnt sich die Einzellösung, oder ist Rolling Enrollment der sinnvollere Gedanke, also ein dauerhaft buchbares Programm, in das Menschen jederzeit starten können? Das kann wirtschaftlich sehr attraktiv sein.
Dein Produkt musst du dann aber gegebenenfalls anpassen. Wenn der gemeinsame Start bisher einen großen Teil des Werts ausmacht, solltest du eine Lösung finden, die diesen Start ersetzt. Das kann ein Check-in sein, ein guter Call oder je nach Preis deines Programms auch ein 1:1.
Bevor du dein komplettes Geschäftsmodell umbaust, weil zwei Menschen zwischendurch kaufen wollen, schau dir an, wie groß dieses Problem tatsächlich ist. Das ist mein bester Ratschlag aus dieser Folge. Wenn jeden Monat zwanzig Menschen dein geschlossenes Hauptprogramm kaufen möchten, würde ich das Modell mit den wenigen Launches definitiv hinterfragen. Wenn das zwei- bis dreimal im Quartal passiert, brauchst du keine Revolution in deiner Angebotsstruktur.
Du musst auch nicht zwischen „nur zu zwei großen Live Launches offen“ und „Evergreen“ wählen. Dazwischen gibt es viele Möglichkeiten, auch mehr als die, die ich hier genannt habe. Triff die Entscheidung nur nicht aus dem Gedanken heraus, dass jemand kaufen will und du deshalb alles umbauen musst.
Der Ablauf ist: erst beobachten, dann entscheiden und dann standardisieren.
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Folge 31Dein Onlinekurs ist geschlossen, aber jemand will kaufen: …