Folge 32 · 25. September 2026 · 9 Min.
Die Länge deiner Cart-Open-Phase ist keine nebensächliche Launch-Entscheidung, denn mehr Zeit zum Kaufen bedeutet nicht automatisch mehr Verkäufe. In dieser Folge schauen wir uns an, wie lange Cart Open bei einem klassischen Live Launch sinnvoll sein kann, warum ein Wartelisten-Launch andere Zeiträume braucht und was sich bei hochpreisigen Angeboten, Alumni-Angeboten und Downsells verändert.
Drei Tage, fünf Tage, sieben Tage, zehn Tage, vierzehn Tage: Ich habe schon alle Varianten erlebt. Die Antwort auf die Frage, wie lange dein Angebot geöffnet sein sollte, ist strategisch wichtiger, als du vielleicht zuerst denkst.
Du versuchst in deiner Cart-Open-Phase immer zwei Dinge gleichzeitig hinzubekommen. Du möchtest deinen Interessentinnen genügend Zeit für eine fundierte Kaufentscheidung geben. Und du möchtest ihnen einen Grund liefern, diese Entscheidung nicht noch um Wochen oder Monate aufzuschieben.
Deshalb gibt es nicht die eine perfekte Cart-Open-Länge, die du für jeden Launch übernehmen kannst.
Bei einem klassischen Live Launch mit einem Webinar oder einem anderen Launch-Event arbeiten wir häufig mit vier bis sieben Tagen Cart Open. Das gibt dir genügend Zeit, um in deinen Sales-Mails unterschiedliche Einwände und Kaufargumente aufzugreifen.
Bei einem sehr hochpreisigen oder erklärungsintensiven Angebot könntest du das Ganze auf bis zu zehn Tage verlängern. Das mache ich aber auch bei Programmen für mehrere tausend Euro so gut wie nie. Wenn du es tust, würde ich mit klaren Zwischendeadlines arbeiten, zum Beispiel für Bewerbungen und im Anschluss für die Sales-Calls.
Bei einer Warteliste sieht es ganz anders aus. Diese Menschen kennen dein konkretes Angebot bereits, du hast sie im besten Fall vorher aufgewärmt, und vielleicht warten sie sogar aktiv darauf, dass du das Programm wieder öffnest. Deshalb arbeiten wir hier in aller Regel mit einem deutlich kürzeren Zeitraum als im klassischen Live Launch.
Das vertiefen wir in dieser Folge: Wartelisten im Live Launch: Warum sie schlechter konvertieren und wir sie trotzdem empfehlen
Bei einem sehr hochpreisigen Angebot kann man auch mal vier oder fünf Tage machen, besonders dann, wenn jemand noch mit Partner oder Arbeitgeber sprechen oder die Finanzierung klären muss.
Ein Beispiel: Du hast ein Programm für Führungskräfte, das zumindest zum Teil vom Arbeitgeber bezahlt wird. Selbst wenn die Person vorher alle Informationen bekommen und beim Arbeitgeber eingereicht hat, heißt das nicht, dass die Person, die unterschreiben muss, sofort da ist und Zeit hat. Da tust du dir einen Gefallen, wenn der Zeitraum nicht übers Wochenende läuft und nicht zu kurz ist.
Beim Alumni-Launch, also deinem Angebot an deine Bestandskundinnen, arbeiten wir häufig mit einer relativ kurzen Phase von drei bis fünf Tagen. Diese Menschen kennen dich und haben vielleicht sogar genau dieses Programm schon einmal durchlaufen. Die Phase ist etwas länger als bei der Warteliste, damit du nennen kannst, warum es Sinn macht, das Programm noch einmal zu durchlaufen. Kommen deine Alumni aus einem ganz anderen Produkt und müssen dein neues Angebot erst verstehen, kannst du ihnen etwas mehr Zeit geben.
Beim Downsell ist es wieder wie bei der Warteliste: Eine kurze Phase reicht häufig schon. Ein guter Downsell sollte kleiner, günstiger und weniger erklärungsbedürftig sein als dein Hauptangebot.
Dazu haben wir dir übrigens eine eigene Folge aufgenommen: Downsell im Live Launch: Warum du dafür NICHT dein Hauptprogramm auseinanderreißen solltest
Bitte schreib dir diese vier Zeiträume jetzt nicht auf einen Zettel, um sie ab morgen auf jeden Launch anzuwenden. Die Frage, die du dir immer wieder stellen solltest, lautet: Wie viel Entscheidungszeit braucht diese konkrete Personengruppe, um für dieses konkrete Angebot eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen?
Je höher der Preis, je größer der Erklärungsbedarf und je komplexer die Kaufentscheidung, desto mehr Zeit kann sinnvoll sein. Je wärmer die Zielgruppe oder je einfacher das Angebot, desto kürzer kann die Verkaufsphase sein.
Mehr Tage bedeuten nicht automatisch mehr Umsatz. Manchmal bedeuten sie einfach mehr Tage, an denen deine potenzielle Kundin denkt: später. Und mehr Tage, an denen du live präsent sein musst. Ein Live Launch kann richtig anstrengend sein. Plane deine Cart-Open-Phase deshalb nicht nach Gefühl oder nach einer pauschalen Launch-Regel, sondern passend zum Entscheidungsprozess und zu deinem Verkaufsformat.
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Folge 32Cart Open im Live Launch: Wie lange sollte dein Angebot …