Folge 48 · 11. Oktober 2026 · 9 Min.

Preis in der Sales-Mail nennen oder erst auf der Salespage?

Solltest du den Preis deines Onlinekurses direkt in deinen Sales-Mails nennen oder die Leserinnen erst auf deine Salespage schicken? Für mich hängt das vor allem davon ab, welchen Job die jeweilige Mail in deinem Launch gerade hat. In dieser Folge zeige ich dir, wann wir den Preis nennen, wann nicht und warum die Klickrate am Ende nicht die Kennzahl ist, auf die du optimieren solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • In normalen Sales-Mails musst du den Preis nicht jedes Mal nennen.
  • Bei Wartelisten-Angeboten, Alumni-Preisen und einer echten Preiserhöhung ist der Preis selbst ein Verkaufsargument.
  • Eine Mail mit Preis kann weniger Klicks haben und trotzdem besser verkaufen.
  • Bewerte eine Sales-Mail danach, was nach dem Klick passiert.

Warum ich den Preis in normalen Sales-Mails meistens nicht nenne

In einer normalen Sales-Sequenz nenne ich den Preis in aller Regel nicht in jeder einzelnen E-Mail. Ich möchte ihn damit nicht verstecken. Er steht auf der Salespage, wurde vorher im Webinar oder Launch-Event genannt und teilweise kennen die Menschen ihn schon von der Warteliste.

Das vertiefen wir in dieser Folge: Wartelisten im Live Launch: Warum sie schlechter konvertieren und wir sie trotzdem empfehlen

Die Aufgabe meiner Sales-Mail ist in diesem Moment häufig eine andere: einen bestimmten Einwand aufgreifen, einen Case erzählen, einen Teil des Angebots interessant machen oder der Person einen anderen Grund geben, sich das Angebot genauer anzuschauen. Ich möchte, dass sie auf die Salespage geht und das gesamte Angebot im Kontext sieht.

Dazu haben wir dir übrigens eine eigene Folge aufgenommen: Salespages, die verkaufen: Die wichtigsten Do’s & Don’ts mit Copy-Expertin Caroline Metz

Wann der Preis in die Sales-Mail gehört

Eine Situation ist die Wartelisten-Kommunikation. Wenn wir unserer Warteliste versprochen haben, dass sie günstiger buchen kann, ist der Preis ein wesentlicher Bestandteil des Angebots für genau diese Zielgruppe. Dann schreibe ich konkret, zu welchem Preis sie sich ihren Platz sichern kann, was es später kostet und wie viel sie spart. Die Ersparnis ist hier eines der wichtigsten Verkaufsargumente. So machen wir es seit Jahren bei unserer eigenen Warteliste und auch in den Launches unserer Kundinnen.

Das Gleiche gilt für Bestandskundinnen und Alumni-Angebote. Wenn ehemalige Kundinnen ein Programm erneut buchen können und dafür einen besonderen Preis bekommen, möchte ich ihnen den nicht erst auf der Salespage verraten. Dann darf ganz konkret dastehen, was sie normalerweise bezahlen würden, was sie als Alumni bezahlen und was sie dadurch sparen.

Auch bei einer echten Preiserhöhung kann der Preis Teil deiner Sales-Kommunikation werden. Wenn du entschieden hast, dass dein Programm nach diesem Launch mehr kostet, kannst du den alten und den neuen Preis nennen oder über die Differenz kommunizieren: Wenn du sowieso überlegst, beim nächsten Mal dabei zu sein, sparst du mit der Buchung in dieser Runde. Das ist eine Art umgekehrter Rabatt. Der zukünftige Preis steht fest und daraus entsteht ein echter finanzieller Grund, jetzt zu entscheiden. Die Preiserhöhung muss dann aber auch wirklich stattfinden. Kündige bitte nicht seit vier Launches an, dass dies die letzte Runde zum alten Preis ist.

Die Klickrate ist nicht das Ziel deiner Sales-Mail

Ein Argument höre ich häufig: Ohne Preis in der Mail klicken auch Menschen auf die Salespage, die sich das Angebot gar nicht leisten können. Das kann passieren, aber die Frage ist, ob das schlimm ist. Ich liebe Klicks und wir sprechen hier ständig über Klickraten, aber eine Klickrate kann ich mir nicht aufs Geschäftskonto überweisen. Am Ende möchte ich verkaufen.

Ich habe in der Praxis beides gesehen: Mails, die den Preis sehr klar kommuniziert und trotzdem richtig gut verkauft haben, und Mails mit sehr schönen Klickraten, nach denen auf der Salespage ziemlich wenig passiert ist. Deshalb würde ich eine Sales-Mail nie allein anhand ihrer Klickrate bewerten. Ich möchte wissen, was nach dem Klick passiert.

Der Preis in jeder Mail hat auch Nachteile

Mach daraus bitte nicht die Regel, ab morgen in jede Mail den Preis zu schreiben, damit nur noch qualifizierte Menschen klicken. Wenn jemand deine E-Mail liest, direkt den Preis sieht und noch nicht verstanden hat, warum dein Angebot diesen Preis wert ist, kann sie sich sehr früh dagegen entscheiden. Vielleicht klickt sie nicht auf die Salespage, liest deine Argumentation nicht und trägt sich im schlechtesten Fall sogar aus deinem Newsletter aus, obwohl sie mit etwas mehr Kontext anders über das Angebot gedacht hätte.

Frag dich deshalb vor allem, was diese Person zu diesem Zeitpunkt bereits weiß. Kommt sie gerade aus deinem Verkaufswebinar, in dem du den Preis genannt hast, musst du nicht so tun, als wäre er unbekannt. Greifst du einen bestimmten Einwand auf und schickst sie danach auf eine ausführliche Salespage, muss der Preis nicht mitten in diese Argumentation.

Je höherpreisiger und erklärungsbedürftiger dein Angebot ist, desto wichtiger finde ich Transparenz. Gerade wenn der nächste Schritt ein Verkaufsgespräch ist, würde ich Menschen nicht ahnungslos in diesen Call schicken und ihnen dort zum ersten Mal sagen, dass es um mehrere Tausend Euro geht.

So entscheidest du für jede einzelne Mail

Für mich gibt es keine Regel, dass der Preis immer oder niemals in die Mail gehört. Ich stelle mir drei Fragen:

  • Welchen Job hat diese E-Mail?
  • Was weiß die Person, die sie bekommt, bereits?
  • Ist der Preis oder die Ersparnis selbst Teil meines Verkaufsarguments?

Bei einer Warteliste lautet die Antwort ja, beim Alumni-Sonderpreis ebenfalls, und bei einer echten bevorstehenden Preiserhöhung kann der Preis ein sehr gutes Argument sein. In jeder normalen Sales-Mail würde ich ihn nicht nennen, nur um möglichst wenige unqualifizierte Klicks zu bekommen.

Interpretiere danach auch deine Zahlen richtig. Wenn deine Mail mit Preis eine niedrigere Klickrate hat und richtig gut verkauft, ist sie nicht schlechter als eine Mail mit hoher Klickrate, die schlecht verkauft. Schau also nicht nur darauf, wie viele Menschen geklickt haben, sondern auch darauf, was diese Klicks am Ende verkauft haben.

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