Folge 25 · 18. September 2026 · 10 Min.
Ein guter Order Bump ist eine kleine, einfache Zusatzentscheidung im Checkout und erhöht deinen Umsatz pro Käuferin, ohne dass du dafür einen zusätzlichen Lead brauchst. Ein schlechter Order Bump lässt deine Kundin dagegen fragen, ob ihr eigentliches Produkt ohne diesen Zusatz überhaupt vollständig ist. In dieser Folge erfährst du, welche vier Kriterien ich bei einem Order Bump prüfe, und ich zeige dir ein Beispiel aus unserem eigenen Funnel und ein Gegenbeispiel.
Ein Order Bump ist ein kleines Zusatzangebot direkt im Checkout. Du kaufst Produkt A, und bevor du bezahlst, kannst du mit einem Klick oder einem Häkchen Produkt B zu einem vergünstigten Preis dazubuchen.
Mehr dazu hörst du in dieser Folge: Dein Onlinekurs ist zu günstig. Woran erkennst du das?
Strategisch ist das spannend, weil du dafür keine neue Kundin gewinnen musst. Die Person hat bereits entschieden, dass sie kauft. Die Frage ist nur noch: Gibt es etwas Kleines, das genau in diesem Moment logisch zu diesem Kauf passt?
Relativ häufig sehe ich Order Bumps, bei denen offensichtlich zuerst die Entscheidung gefallen ist: Wir brauchen noch einen Order Bump. Danach wurde geschaut, welches Produkt noch irgendwo im digitalen Regal herumliegt. Das ist die falsche Reihenfolge.
Es reicht nicht, dass der Order Bump dieselbe Zielgruppe hat oder dass sich deine Kundinnen bestimmt auch dafür interessieren. Er sollte das Produkt, das gerade gekauft wird, sinnvoll ergänzen.
Wenn ich einen Kurs über Live Launches kaufe und mir im Checkout ein Kurs über Instagram Reels angeboten wird, kann das theoretisch dieselbe Unternehmerin interessieren. Ein guter Order Bump ist es deshalb noch lange nicht. Es sei denn, du schaffst es, in anderthalb Sätzen zu erklären, warum dieser Reels-Kurs jetzt für meinen Launch verkaufsrelevant ist.
Im Checkout möchte ich nicht plötzlich eine zweite Salespage lesen müssen. Dafür ist in den meisten Tools auch überhaupt kein Platz. Ich will auch nicht überlegen, ob ich das brauche, was alles drin ist, ob das eigentlich ein anderes Programm ist und was davon wichtiger ist.
Das vertiefen wir in dieser Folge: Salespages, die verkaufen: Die wichtigsten Do’s & Don’ts mit Copy-Expertin Caroline Metz
Der Kauf des Hauptprodukts ist die große Entscheidung. Der Order Bump sollte eher so sein: Ah ja, logisch, das nehme ich auch mit.
Dieser Punkt ist mir verdammt wichtig. Bei einer Kundin gab es zu einem Kurs als Order Bump zusätzliche Inhalte aus genau demselben Thema. Auf dem Papier klang das logisch. Das Problem: Wer gerade den Kurs kauft und im Checkout gefragt wird, ob er diese Zusatzinhalte auch noch haben möchte, fragt sich plötzlich: Moment, was bekomme ich dann eigentlich im Hauptprodukt? Kann ich das ohne den Zusatz überhaupt vernünftig umsetzen? Genau das ist bei den Kundinnen passiert.
Damit hat der Order Bump das getan, was er auf gar keinen Fall tun sollte: Er hat den wahrgenommenen Wert und die Transformation des Hauptprodukts infrage gestellt.
Deshalb mein Lieblingssatz dazu: Ein guter Order Bump ergänzt dein Hauptprodukt. Ein schlechter Order Bump lässt dein Hauptprodukt unvollständig aussehen.
Frag dich vorher: Was braucht diese Person jetzt? Nicht irgendwann, nicht grundsätzlich und nicht in zweieinhalb Monaten, wenn sie in deinem Hauptprogramm schon angefangen hat, sondern genau dann, wenn sie dieses konkrete Produkt kauft.
Ein Beispiel aus unserem eigenen Business: Wir hatten ein kleines Produkt rund um erfolgreiche Salespages für dein Miniprodukt. Dazu gab es einen Order Bump zum Thema Order Bumps für dein Miniprodukt, mit einem kleinen GPT-Agenten und einer Salespage-Vorlage zum Importieren. Das war ein sehr kleines Zusatzprodukt, es war sofort verständlich, und es hat nichts daran geändert, ob das Hauptprodukt vollständig ist. Es passte zu einer Person, die sich sowieso gerade damit beschäftigt, ihre Verkaufsstrecke für ihr Miniprodukt aufzubauen.
Dieser Order Bump wurde über mehr als ein Jahr konstant von über 40 Prozent unserer Käuferinnen mitgenommen, am Anfang teilweise bis ungefähr 60 Prozent. Das Learning daraus ist nicht der Preis. Das Learning ist: Je weniger Erklärungsarbeit dein Order Bump braucht und je offensichtlicher die Verbindung zum Hauptkauf ist, desto leichter fällt deiner Zielgruppe die Entscheidung.
Woher weiß ich, dass es über 40 Prozent sind? Weil wir regelmäßig Tracking-Tabellen für diesen Funnel ausgefüllt haben. Du musst wissen, wie viele Menschen deinen Checkout sehen, wie viele das Produkt kaufen und wie viele davon den Order Bump mitnehmen.
Bleibt dein Order Bump hinter den Erwartungen zurück, ist die Schlussfolgerung nicht automatisch, dass Order Bumps in deiner Zielgruppe nicht funktionieren. Prüfe stattdessen:
Bei der Umsatzoptimierung denken wir oft zuerst an mehr Käuferinnen. Du hast aber mehrere Stellschrauben: mehr Menschen erreichen, deine Conversion Rate erhöhen und den Umsatz pro Kundin steigern. Ein Order Bump ist eine davon, und eine sehr sinnvolle, wenn du ihn richtig aufsetzt.
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Folge 25Order Bump im Onlinekurs-Funnel: Was macht einen richtig …